13 Leserbriefe und Anworten

13 Posts - von ‘Paule Plapper’ in ‘Kunterbuntes Pattaya’ -

- Eine Zeitung erhält Leserzuschriften. Zumeist Fragen oder Beschwerden. Die sind wichtig, weil es sich meist um Themen handelt, die Leser interessieren. Aber manchmal kommen zu wenige oder sogar gar keine Leserbriefe. Dann muss man etwas unternehmen, um die Rubrik aufrechterhalten zu können. Dann überlegt man sich ein Thema, dass die Leser interessiert. Dazu nimmt man vielleicht einen lieben Bekannten zum Thema eines Leserbriefes, der natürlich nicht namentlich erwähnt wird, oder man lässt einen Bekannten einen Leserbrief aus der Sicht einer ihm bekannten Person schreiben und antwortet dann darauf.

Die Antworten zu solchen Leserbriefen entscheiden sich merklich von Antworten zu echten Briefen. Man kann nämlich dem Klaus, der einen Leserbrief schreibt, nicht sagen: „Du bist ein Idiot.“ Nicht nur, weil es nicht höflich ist, sondern vor allen Dingen, weil es ihm nicht hilft, auch wenn man diese Aussage begründet. Aber dem Klaus, der keinen Leserbrief schreibt, kann man mit solch einer Antwort mitteilen, dass man einen Menschen kennt, der genau die gleiche Frage, dieselbe Beschwerde hat. Und man kann ihm sagen, was man will, denn er wird ja nicht angesprochen. Deswegen kann man ihm auch ruhig eine verbale Ohrfeige geben, denn dier trifft ihn ja nicht, bringt ihn aber oft dazu, sich sein Problem näher zu überlegen, weil er der Ohrfeige zugeschaut hat.

Um solche Leserbriefe und Antworten handelt es sich hier. Sie zeigen Fehler und Irrtümer auf, geben manchmal auf grobe Weise Informationen, ohne aber tatsächlich jemand zu verletzen. -

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Kann ich meiner Freundin glauben?...

Liebe Redaktion,

Ich bin Fliesenleger, 35 Jahre alt, lebe in einer Kleinstadt und habe seit zwei Wochen eine Freundin aus Kalasin. Ich habe sie hier an einer Bar kennengelernt, aber sie ist ein sehr anständiges Mädchen. Leider spricht sie kein Deutsch und auch kein Englisch. Sie ist auch nur zwei Jahre zur Schule gegangen. Aber sie ist sehr fleißig und ganz ehrlich. Sie schickt ihren Eltern Geld, weil die nichts verdienen können. In den zwei Wochen habe ich sie lieb gewonnen und will sie nicht mehr verlieren. Sie hat mir gesagt, daß sie mit mir leben will, obwohl sie noch ganz jung ist. Aber kann ich ihr glauben?

Ingo

Bester Ingo,
ich bin sicher, daß Ihre Freundin wirklich mit Ihnen leben will. Aber ich bin nicht sicher, daß Sie zusammen leben können.

Ihre Freundin mag ein guter Mensch sein, ein junges Mädchen, das nichts gelernt hat, keine Arbeit finden kann und nun versucht, Ihre Eltern zu unterstützen, indem es in Pattaya Geld verdient. Ich glaube nicht, daß Ihre Freundin Sie liebt, aber sie wird sicherlich alles für Sie tun, wenn sie davon leben und ihren Eltern etwas Geld schicken kann.

Aber Sie können nicht mit ihr sprechen, Sie können sich kaum verständigen. Es wäre sicher gut, wenn Sie sich überlegen, was Sie von Ihrer Freundin erwarten. Wir müssen davon ausgehen, daß es keine Gemeinsamkeiten gibt, keine gleichen Anschauungen oder Überzeugungen, was das Leben, die Parterschaft, die Politik oder die Religion betrifft. Und mit Sicherheit haben Sie auch keine gemeinsamen Vorstellungen über Musik, Informationen, Kultur, Essen oder gemütliches Wohnen. Es kann aber sein, daß Ihre Freundin einen großen Anteil ihrer Vorstellungen und Erwartungen aufgibt, wenn Sie ein netter Mensch sind und Ihre Freundin gut versorgen. Dennoch wird es sehr schwierig sein, miteinander zu leben, sich zu verstehen und miteinander sprechen zu können.

Es kommt aber noch ein anderes Problem dazu. Sie werden in Thailand nicht als Fliesenleger arbeiten können. Und es ist sehr unwahrscheinlich, daß ihre Freundin in Deutschland leben kann. Sie hat nicht genug gelernt, um Kurse zu besuchen und richtig Deutsch lernen zu können. Dadurch wird sie kaum eine Möglichkeit haben, eine Arbeitsstelle zu finden. Sie wird in Deutschland kaum Kontakte haben, keine Freunde, keine Unterhaltung. Wahrscheinlich wird sie den ganzen Tag bei Ihnen zuhause sitzen und darauf warten, daß Sie wiederkommen, damit sie nicht alleine ist und etwas Unterhaltung hat.

Sie aber sind dort nicht mehr im Urlaub, sondern müssen arbeiten gehen und haben keine Zeit für sie. Wenn Sie abends nachhause kommen, sind Sie müde und wollen sich ausruhen. Wieviele Möglichkeiten haben Sie in Deutschland, sich wirklich um sie zu kümmern? Haben Sie sich überlegt, daß Ihre Lebensvorstellungen wahrscheinlich ganz anders sind, als die Ihrer Freundin? Vielleicht Überstunden, Auto, Stammkneipe, Fußball, Kegelclub und Wintersport? Haben Sie Ihre Freundin schon einmal gefragt, was sie am liebsten tut und sind Sie sicher, daß Sie diese Interessen mit ihr teilen oder ihr dabei helfen können?

Ich weiß nicht, ob Sie Ihre Freundin lieben, aber ich weiß, daß wir uns gerne selbst belügen. Wir sehen eine schönes Märchenbuch, ein Skateboard, ein Meerschweinchen, ein Auto, eine schöne Frau und dann lieben wir. Wir gehen mit dem Märchenbuch ins Bett, drücken das Meerschweinchen an uns, streicheln das Auto und heiraten die Frau. Diese Liebe bezieht sich ganz auf uns selbst, man nennt sie ‘Habenwollen’. Wir überlegen nicht, ob es für das Märchenbuch gut ist, im Bett zu sein, ob es gut ist für das Meerschweinchen, wenn wir es an uns drücken, ob es dem Auto hilft, wenn wir es streicheln und ob es für die Frau gut ist, wenn wir sie heiraten. In den meisten Fällen ist es noch nicht einmal gut für uns selbst. Aber wir wollen sie unbedingt haben. Was wollen Sie für Ihre Freundin?

Es besteht die Gefahr, daß Sie Ihre Freundin, die es gewohnt ist, im Freien zu sein und sich zu unterhalten, in eine Umgebung verpflanzen, in der sie nicht mehr zurechtkommt. Ihre Freundin hat in Deutschland keine Medien wie Fernsehen, Zeitungen, Radio oder Filme in ihrer Muttersprache, keine Freunde, keine Unterhaltung, kennt sich nicht aus, kann nicht einkaufen, nicht ausgehen, ist einsam und wird womöglich schief angesehen. Sie sollten es sich sehr gründlich überlegen, meint
Ihr Paule Plapper

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Ich will hier in Pattaya bleiben...

Liebe Redaktion,
Ich komme schon seit Jahren nach Pattaya und bin schon das vierte Mal hier. Ich habe mir schon bei den früheren Gelegenheiten vorgenommen, einmal hier zu bleiben, aber jetzt habe ich vor einer Woche ein Mädchen gefunden, das ideal zu mir paßt und wir sind sehr glücklich. Ich habe einen Kaufmannsgehilfenbrief und zwanzig Jahre Erfahrung im Großhandelswesen. Ich bin ein sehr aktiver Mensch, besitze über 30.000 Mark und ich habe in der Schule auch etwas Englisch gelernt.

Ich habe nie geheiratet, weil mir die deutschen Frauen nicht gefallen. Sie sind zu massig und haben zu viele Ansprüche. Dazu wollen sie auch noch dauernd emanzipiert sein. Aber hier sind die Frauen ganz anders. Jetzt überlege ich mir, ob ich hier eine Arbeit suchen soll, oder ob ich mich selbständig mache. Ich hoffe, daß Ihr mir einen guten Rat geben könnt, damit ich weiß, wie ich es am besten mache.

Walter S.

Mein Gott, Walter,

das Beste ist, jetzt gleich sofort zum Flughafen zu fahren und nach Deutschland zurückzufliegen. Entweder tut Dir das warme Wetter nicht gut, oder Du hast Dir eine schwere, ansteckende Krankheit zugezogen, die bei stärkerem Touristenaufkommen um sich greift und die Hirnzellen auf ,Scheintot’ stellt. Aber im Grunde handelt es sich nur um ein Phänomen, das hier besonders massiv auftritt, während es in aller Welt vorkommt, wenn ein Mann ein hübsches Mädchen sieht. Dann beginnt das, was man so schön ‘ein inneres Bedürfnis nennt’, das schafft die Illusionen, Wunschträume und Tagträume, die mit der Wirklichkeit nichts mehr zu tun haben.

Du hast in Deutschland in über zwanzig Jahren keine Frau gefunden, unter Millionen von Frauen. Ist Dir nicht aufgefallen, daß die alle anders sind und nur Du immer derselbe geblieben bist? Wieviele Frauen hast Du denn wirklich kennengelernt? Sicher, zugegeben, die meisten haben eine kräftigere Figur und auch einen kräftigeren Hintern, als die Thailänderinnen. Aber, bestehen das Hauptmerkmal und die Grundlage für eine Lebensgemeinschaft darin, keinen dicken Hintern zu haben?

Du beklagst Dich darüber, daß die deutschen Frauen emanzipiert sein wollen, gleichberechtigt, und daß sie zu viele Ansprüche haben. Das trifft sicherlich auf viele deutsche Frauen zu. Es ist ein Anzeichen dafür, daß für viele deutsche Frauen ‘das heilige Band der Ehe’ ein Geschäft ist - genauso, wie für viele Männer. Aber glaubst Du vielleicht, das wäre hier anders? Die Frauen, die nach Pattaya kommen und in den Bars arbeiten, kommen, um Geld zu verdienen oder einen reichen Mann zu finden. Dafür bieten sie ihren Körper an und viele spielen die Geliebte, denn dafür werden sie bezahlt. Während der Zeit, für die sie bezahlt werden oder in der sie auf eine Partnerschaft hoffen, in der sie versorgt werden, sind sie hilfsbereit, ja fast untertänig und stehen dem Mann für alles zur Verfügung.

Ist es das, was Du suchst? Dann bist Du hier falsch, denn der Schein trügt. Die gespielte Liebe ist eine bezahlte Arbeitsleistung. Und das, was Du Deine Liebe nennst, ist eine verfeinerte Selbstbefriedigung, für die Du bezahlst. Sie ist schön und Du willst sie haben, als Eigentum besitzen und benutzen. Das hat nichts mit Liebe zu tun. Es gibt nichts, was Du für sie willst, Du willst nur, daß sie für Dich da ist und daß sie dabei glücklich ist, ohne daß Du dafür etwas tun oder Dich gar um sie kümmern müßtest.

Du kannst keinen Menschen in einer Woche kennenlernen, schon gar nicht aus einem Dir völlig fremden Kulturkreis mit einer Sprache, die Du nicht verstehst. Ihr könnt nicht einmal miteinander sprechen und Du liebst sie? Weil sie so gut zu Dir paßt? Dann liebst Du Dich, und nicht sie. Du hast Dir ja auch noch nicht einmal überlegt, ob Du auch zu ihr paßt. Fällt Dir nicht auf, daß es doch seltsam ist, daß Dich hier alle Frauen (in den Bars) auf den ersten Blick lieben, während Du in Deutschland nicht eine einzige Frau finden konntest, die Dich liebt?

Dabei hast Du Dich sicher nicht verändert, als Du zum Urlaub hierhergekommen bist. Du liebst ihren Körper, ihre Dienstleistungen und ihre Ergebenheit. Kannst Du Dir nicht denken, daß das alles ganz schnell vorbei ist, wenn ihr nicht miteinander harmoniert, Euch wirklich in den Lebensanschauungen versteht, wenn die gegenseitigen Erwartungen nach dem Urlaub nicht erfüllt werden, oder wenn sie genug Geld hat, daß sie auch essen und leben kann, ohne Deine Dich liebende Dienerin zu spielen?

Sicher gibt es Ausländer, die mit einer Thailänderin leben, aber der Prozentsatz zufriedener und bleibender Partnerschaften ist sehr gering. Es sind Partnerschaften, die sich entwickeln und das geht nicht innerhalb von sieben Tagen. Deine Überlebenschancen als Großhandelskaufmann sind hier gering. Ausländer dürfen nichts tun, was nicht auch Thailänder machen können. Dein Geld ist nicht ausreichend, um hier eine feste Existenz aufzubauen. Deine Fähigkeiten (zu tun, was Thai nicht tun können) und Deine Sprachkenntnisse sind nicht ausreichend, um hier leben zu können. Dennoch müßtest Du erst einmal ein Jahr hier leben, um zu wissen, ob Du hier auf die Dauer glücklich wirst und ob Du mit Deiner Freundin zusammen leben kannst. Es ist nur ein schöner Wunschtraum, an dem Du leidest. Du solltest mit mehreren Freunden ehrlich darüber sprechen, rät
Dein Paule Plapper

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Meine Frau muß mir doch helfen...

An die Redaktion,

Ich habe schon einige Male meinen Urlaub in Thailand verbracht und liebe dieses Land. Die Leute sind freundlich, sie lächeln und haben ein heiteres Wesen. Sie kümmern sich nicht groß um das, was andere Leute machen und lassen sie in Ruhe, das Leben ist billig und das warme Klima bekommt mir sehr gut. Schon seit längerer Zeit habe ich viel Geld gespart und darauf hin gearbeitet, hier zu leben.

Nun bin vor einem halben Jahr nach Thailand gekommen. Schon nach wenigen Tagen habe ich eine Freundin gefunden, die auch wirklich mit mir leben will. Ich habe nicht nach einer Schönheit gesucht, sondern nach einem netten Menschen und das ist sie auch. Sie versucht nicht, mich auszunehmen, ist sparsam und bescheiden und kümmert sich auch um mich. Aber trotzdem gibt es große Probleme.

Wenn ich hier leben will, muß ich Thai lernen, aber darüber lacht sie nur und hilft mir mit keinem Wort. Sie isoliert mich von ihren Freunden und wir können höchstens in Bars und Restaurants gehen. Ich kann mit ihr zusammen keine Thailänder kennenlernen, sie hilft mir nicht, Verbindungen aufzubauen, Geschäftsmöglichkeiten oder eine Beschäftigung zu finden. Ich bekomme von ihr keine Informationen und meine Unterlagen hebt sie so auf, daß ich sie nie finden kann.

Ich habe immer ein sauberes Hemd und eine saubere Hose, aber meine guten Sachen liegen zerknüllt in einem Beutel, da kann ich reden, was ich will. Sie will mit mir leben, aber sie hindert mich daran, eine Existenz aufzubauen und hier leben zu können. Manchmal habe ich das Gefühl, als wenn sie gegen mich kämpft. Ich weiß nicht, wie ich das verstehen soll und was ich machen kann, damit sich das ändert. Welche Erfahrungen habt Ihr mit solchen Sachen?

Andreas P.

Bester Andreas,
zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu Deiner hübschen Geschäftsbeziehung - es gibt keinen Zweifel, daß es sich um nichts Anderes handelt. Du bist in ein Land gekommen, dessen Menschen freundlich sind, denn „sie kümmern sich nicht groß um das, was andere Leute machen“. Und Du freust Dich: „Schon nach wenigen Tagen habe ich eine Freundin gefunden...“. Das war wohl ein Irrtum; es ist äußerst selten, daß man nach wenigen Tagen eine Freundin findet.

Du hast irgend eine Frau gesucht, die Dich versorgt und mit Dir ins Bett geht, wofür Du ihr Geld gibst. Sie hat jemand gesucht, der sie ernährt und ihr Geld gibt und dafür arbeitet sie dann. Das ist ein Arbeitsverhältnis, keine Freundschaft. Sie hat sicherlich keinen Anlaß, Dich unter die Leute zu bringen. Wofür? Um Dich mit anderen Frauen bekannt zu machen und sich Konkurrenz zu suchen?

‘Ein Mann ist das, was eine Frau aus ihm macht’. Diese alte Volksweisheit darf man sich etwas länger überlegen. Männer und Frauen können nur gemeinsam leben und niemals gegeneinander. Trotz allem ‘Kampf der Geschlechter’ von Machos und Emanzen. Das Zusammenleben hinterläßt immer seine Spuren. Auch wenn man dafür bezahlt.

Und dann kommen Männer nach Thailand, suchen sich eine sexuell brauchbare Putzfrau, die aus irgend einem Dorf in eine Bar gegangen ist und glauben, daß sie mit ihr gemeinsam leben können, glauben, daß diese Frau, die möglicherweise zwischen drei bis vier Bambuswänden aufgewachsen ist und höchstens vier bis sechs Jahre zur Schule gegangen ist, sie in die High Society einführt und ihnen hilft, ein Geschäft aufzubauen. Frauen, die in einer Bar ausgelöst werden, sehen ihre Aufgabe bestenfalls darin, für ihren alternden Sponsor die jugendliche Geliebte zu spielen.

Wenn es darum geht, ihm Thai beizubringen, so nehmen sie diese Bemerkung nicht ernst; Ausländer sind dafür bekannt, daß sie kein Thai lernen. Zudem meinen die Einen, es wäre gar nicht gut, wenn Ausländer Thai sprechen, denn dann könnten sie verstehen, was die Thai sprechen und sie vielleicht sogar kontrollieren, was deren Einkommensmöglichkeiten und ihrem Privatleben gar nicht dienlich ist. Die Anderen halten sich zu Recht für unfähig, jemand beim Lernen der thailändischen Sprache zu helfen.

Die meisten der Frauen, die in den Bars arbeiten, können einfach nichts anderes tun. Das heißt nicht, daß es grundsätzlich schlechte Menschen sind, aber sie haben kaum irgendwelche Fähigkeiten gelernt, die beim Leben in der Stadt erforderlich sind. Die Schulbildung auf dem Lande ist so gut wie gar nicht auf ein praktisches Geschäftsleben bezogen. Selbst die Leute, die vier oder sechs Jahre in der Schule waren, sind kaum in der Lage, eine Anschrift aus einem Telefonbuch zu suchen, in Erfahrung zu bringen, welche Ämter für welche Probleme zuständig sind, Verordnungen zu verstehen oder amtliche Formulare auszufüllen. Auch wenn der Ausländer noch so sehr beteuert, daß er ja kein Thailänder ist und deshalb seine Freundin diese Aufgaben übernehmen muß, so ist sie dazu einfach nicht in der Lage. Wäre sie es, dann hätte sie sicherlich bei einer anderen Tätigkeit ein besseres Einkommen oder würde selbst ein Geschäft betreiben

Von grundlegender Bedeutung für die Beziehungen mit durchschnittlichen Thailändern und insbesondere mit den Frauen, die in Bars arbeiten, ist die Meinung, die diese von den Farang haben. In der stark hierarchisch geordneten thailändischen Gesellschaft nimmt der Farang die allerunterste Stufe ein. Dies wird damit begründet, daß er in den thailändischen Gesellschaftsschichten noch nicht einmal erwähnt wird und keinerlei Rechte hat. Außerdem haben Ausländer nach der landläufigen Meinung von Thailändern keine Bildung, sie können sich einfach nicht benehmen, was man ja regelmäßig von den Farang an den Bars erlebt. Sie sind unhöflich und außerdem sind sie dumm.

Man kann bekanntlich jeden Menschen nach seiner Anwendung der Sprache einschätzen und die Farang sprechen so gut wie überhaupt kein Thai, sie brüllen nur hin und wieder etwas, was kein Mensch verstehen kann. Außerdem wissen sie sich noch nicht einmal zu helfen, machen Vieles falsch und tun Vieles, was ein anständiger Thai niemals machen würde. Deshalb glaubt man, sie seien alle dumm.

Aber die Farang sind auch bekannt dafür, daß sie Geld haben. Die Farang sind alle reich, glaubt man. Sie gehen nicht arbeiten und zahlen für den Flug mehr, als ein durchschnittlicher Thai auf dem Lande in einem Jahr verdient, nur um für Frauen, Alkohol und Hotels an einem Tag mehr auszugeben, als dieser Thai in einem Monat verdient. Man braucht also nicht darüber zu diskutieren, ob sie reich sind, denn ein durchschnittlicher Thai könnte sich so etwas nie erlauben.

Es ist also einfach lächerlich, oder ein grober Spaß, wenn ein Farang im Hotel lebt und sagt, er sucht in Thailand Arbeit oder er will Geschäfte machen, wo doch sicher ist, daß er dabei weniger verdient, als er im Hotel ausgibt. Was Du jetzt machen kannst? Du kannst Dich daran gewöhnen, daß Deine Freundin mit Dir ins Bett geht und Dir im Haushalt hilft, weil sie Geld braucht, daß sie Dich nicht für voll nimmt und daß Du selbst erledigen darfst, was Du für wichtig hältst. Viel Spaß dabei wünscht
Dein Paule Plapper

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In Thailand kann man billig leben...

Sehr geehrte Redaktion,
Ihre Anschrift habe ich von einem Freund, der jedes Jahr nach Thailand in Urlaub fährt. Er hat mir gesagt, daß man in Thailand sehr billig leben kann. Die meisten Arbeiter verdienen dort im Monat zwei- bis dreitausend Baht und ernähren davon ihre Familie. Ich habe ein Mathematik-Studium mit einem Diplom abgeschlossen und will jetzt meine Doktorarbeit schreiben. Das schaffe ich nicht, wenn ich gleichzeitig arbeiten gehen muß. Ich kann aber nicht neun Monate oder ein ganzes Jahr in Deutschland leben, ohne Geld zu verdienen, um nur meine Arbeit zu schreiben.

Nun habe ich mir gedacht, ich könnte vielleicht ein Jahr nach Thailand kommen, ein billiges Zimmer mieten und zur Gesellschaft ein Mädchen nehmen, das auch für mich kocht. Dann könnte ich dort in einem Jahr meine Arbeit schreiben und auch gleich drucken lassen, weil das dort viel billiger ist.

Können Sie mir sagen, in welcher Gegend ich billig wohnen und leben kann und mir erforderliche weitere Hinweise geben (Stromversorgung, evtl. religiöse Eigenheiten, Ernährungsart, erforderliche Gesundheitsvorsorge, etc.)?

Edelhardt Pf.

Bester Edelhardt,
Sie haben bestimmt theoretische Mathematik studiert. Aber es ist nicht alles Mathematik, was glänzt und man kann Mathematik auch nicht leben. Es gibt viele Ausländer, die glauben, daß sie in Thailand billig leben können und mit dem Gedanken an ein paradiesisches Leben und wenig Geld hierherkommen, deshalb ist Ihre Frage von allgemeinem Interesse.

Sie wollen in Thailand ganz billig leben ‘und zur Gesellschaft ein Mädchen nehmen’, das auch für Sie kocht. Und was berechtigt Sie zu der Annahme, daß dieses Mädchen auch ganz billig leben will?

Sehen Sie, es ist alles dunkelgraue Theorie, was Sie sich gedacht haben. Das Schlimme ist, daß Sie dabei Ihr eigenes Leben und das Leben anderer Menschen ausgeklammert haben. Sie wollen ganz billig und bescheiden leben. Mit einer Dienerin für Bett und Küche zur Gesellschaft. Meinen Sie nicht auch, daß Sie realitätsfremd oder gar etwas größenwahnsinnig sind? Wieviel Geld wollen Sie denn Ihrer Konkubine und Putzfrau im Monat anbieten? Oder glauben Sie, daß Sie eine thailändische Frau finden, die auf einen Lohn verzichtet und für Sie gratis arbeitet, weil Sie so schön oder ein exotischer Ausländer sind?

Sie können eine billige Putzfrau finden, aber nicht eine Frau, die mit Ihnen für einen täglichen Teller Reis vorübergehend zusammenlebt, ohne Geld zu verlangen. Frauen, die bereit sind, mit einem Farang zu leben, den sie nicht kennen, tun das, um Geld zu verdienen und ihre Kinder oder ihre Familie zu ernähren, nicht weil es ihnen Spaß macht. Es gibt tatsächlich Thai, die leben von 3.000 Baht und ernähren ihre Familie damit. Aber die leben in einer Bauruine, in einem Bretterverschlag und haben keine Diener, sondern Hunger. Vernünftiges Essen, Stromversorgung, Gesundheitsvorsorge oder Sozialversicherung können sie sich nicht erlauben, dafür haben sie kein Geld.

Ich habe selbst in einem Dorf gelebt, um zu lernen und zu schreiben. Sicher, Sie haben Recht. Ich habe experimentiert, um zu wissen, wieviel Geld man zum Leben in einem thailändischen Dorf braucht und ich habe keine 1.000 Baht im Monat ausgegeben - abgesehen von der Miete, die ich nicht zu zahlen brauchte und mindestens 2.000 Baht betragen hätte. Ein Teller Reis im Dorfrestaurant hat mich trotz reichlicher Beigabe von Chili nur sieben Baht gekostet. Sehr billig. Außerdem habe ich mir zuhause Suppe gekocht, Zigaretten von thailändischem Tabak gedreht und auch noch Mekong im Haus gehabt. Es geht. Allerdings werden mit Sonnenuntergang die Bürgersteige hochgeklappt, das Restaurant bringt alle zwei Tische und sechs Stühle in Sicherheit und schließt und niemand geht mehr auf die Straße.

Selbstverständlich gibt es keine Frau, die mit einem alleinstehenden Farang spricht, bei ihm saubermacht, oder die Wäsche wäscht; sie würde selbstverständlich im Dorf sofort als Prostituierte angesehen. Und die Unterhaltung beschränkt sich auf das ‘Restaurant’, die zwei Tische vor dem Lebensmittelladen, die Frage, ob man den König liebt und ob Thailand schön ist, besser als das Ausland, bitte, und wie einem die Frauen gefallen. Wollen Sie das ein Jahr lang durchhalten? Schön, dann bringen Sie bitte eine Badehose und einige Handtücher mit. In dem flachen Steinhaus, das ich bewohnte, war die Mittagstemperatur 58° C. und der Computer schaltete zwischen 12 Uhr mittags und 17 Uhr ab.

Aber ich glaube, zu verstehen, daß das nicht das Leben ist, daß Sie suchen. Sie brauchen eine Gesellschaftsdame zum billigen Leben. Und Sie glauben scheinbar auch noch, daß die thailändischen Mädchen nichts Besseres zu tun haben, als Dienerin, Putzfrau und Geliebte auf Zeit für einen armen Farang zu spielen, weil der glaubt, er kann sich ‘zur Gesellschaft ein Mädchen nehmen’, wie andere Leute eine Flasche Bier, weil er ihnen dann einen Teller Reis gibt. Die Jiden nennen so etwas ‘Chuzpe’; der höchstmöglich denkbare Grad von Unverschämtheit. Kein Mädchen wird mit Ihnen für ein Jahr in ein unbekanntes Dorf gehen, um dort als billige Hure eines armen Farang angesehen zu werden und zu leben.

Sicher, es stimmt, daß Sie in verschiedenen Orten ein Mädchen mitnehmen können, und daß dieses Mädchen auch freiwillig mitgeht. Wenn Sie beispielsweise in Bangkok, Pattaya, Phuket etc. in einem Hotel leben und pro Nacht vielleicht 500 Baht für Ihr Hotelzimmer bezahlen, dann haben Sie gute Chancen, in einer Bar für 200 oder mehr Baht ein hüb-sches Mädchen auszulösen, das Sie dann in Ihr Hotel mitnehmen können, wofür das Mädchen nochmals mindestens 500 Baht erwartet. Macht ohne Speisen und Getränke 1.200 Baht für diesen Abend.

Die Mädchen, die in Thailand mit unbekannten Ausländern ins Bett gehen, tun dies, weil sie sich, ihre Familie, ihre Eltern, Geschwister oder Kinder ernähren wollen, manche auch deshalb, weil sie reich werden wollen. Aber nie und nimmer, weil sie die Chance haben, von einem Farang beschlafen zu werden und dafür einen Teller Suppe bekommen. Jedes Kloster bietet ihnen mehr und besseres Essen ohne Gegenleistung.

Und noch etwas: Glauben Sie wirklich, Sie können ein Jahr lang mit einem Mädchen zusammen leben und das Mädchen dann sitzen lassen, möglichst noch mit einem Kind von Ihnen? Dann tun Sie besser daran, nie nach Thailand zu kommen. Was geschieht aber, wenn Ihre mathematische Kalkulation über Ihren weiblichen Gebrauchsgegenstand einen Fehler hat, wenn Sie sich an so ein Mädchen gewöhnen, es verstehen lernen und mögen und entweder nicht sitzen lassen wollen oder nicht sitzen lassen können? Wollen Sie dann Ihr Leben lang mit diesem Mädchen zusammen leben und jeden Tag über schöne Kleidung, über Gemüse, Geister und Lotteriezahlen sprechen? Wie meinen Sie? Das Mädchen könnte ja auch etwas lernen?

Bester Edelhardt, Menschen, die in ihrer Jugend nicht die Möglichkeit hatten, das Lernen zu lernen, haben später keine Chance mehr dazu. Und wenn das Mädchen sich an Sie gewöhnt hat und Sie dann vielleicht sogar mag, was machen Sie dann? Nehmen Sie das Mädchen dann mit nach Deutschland, wo es nicht leben kann oder bleiben Sie dann hier in Thailand, wo Sie nicht arbeiten und schon allein deshalb nicht leben können? Was immer Sie tun, Sie werden beide unglücklich, es ist nur eine Zeitfrage. Aber vielleicht sind Sie auch schon während des einen Jahres unglücklich, in dem Sie versuchen wollen, zusammen zu leben.

Sicher, Sie können in Bangkok oder Pattaya mit einem Mädchen zusammenziehen, das Ihnen dafür nur 10.000 Baht im Monat abnimmt. Dann müssen Sie noch 5.000 Baht Miete und minimal weitere 5.000 Baht für Ernährung und Nebenkosten ausgeben. Da ist noch kein Barbesuch drin und kein Vergnügen. Plus Flugreise und Visareisen. Macht etwa knapp 300.000 Baht für das eine Jahr, ohne Sicherheiten und Rücklagen. Mit dem Geld können Sie auch in Deutschland leben, wenn auch ohne Dienerin für Bett und Küche, aber sicher mit weit weniger Ärger.

Was an Ihrem Denken stört, ist nicht etwa, daß Sie sich in ein thailändisches Mädchen verliebt haben, mit dem Sie leben wollen, obwohl Sie kein Geld haben. Das wäre zwar nicht schön, sondern geradezu unangenehm, aber verständlich. Sie aber haben kein Geld und suchen nun eine Dienerin, die Sie auch ins Bett befehlen können, weil sie glauben, ihr bliebe nichts anderes übrig, wenn sie nicht verhungern will. Das ist nicht nur schäbig, das ist rein mathematisch; garantiert gefühlsfrei, obwohl andere Mathematiker dafür bekannt sind, daß sie eher zuviel Gefühl haben.

Ich kann Ihnen keine brauchbaren Adressen geben. Weder von Apartments noch von billigen Häusern auf dem Land. Ich kann Ihnen nur empfehlen, für einen oder zwei Monate Arbeit einzupacken und diese Zeit in einem preiswerten Guesthouse zu verbringen und sich selbst umzusehen, um sich das Land und die Leute, die alle von Ihnen erwarten, daß Sie viel Geld ausgeben und von Ihnen extra hohe Preise verlangen, weil Sie ein reicher Farang sind, selbst anzusehen und sich Ihr eigenes Urteil zu bilden. Sie können bestimmt ein billiges Zimmer finden und billig leben, wenn Sie alleine leben, aber das können sie nicht ein Jahr lang durchhalten, glaubt
Ihr Paule Plapper

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Ich sehe sie immer nur schlafen...

Herrn Paul Plapper,

ich habe einige Ihrer bissigen Antworten gelesen und die kommen mir gerade recht. Ich lebe in einem sehr schönen Haus etwas außerhalb von Pattaya. Seit einigen Wochen habe ich eine Freundin, die hier mit mir lebt. Ein ganz junges und hübsches Ding aus der Provinz. Ich dachte, sie bringt mir etwas Leben ins Haus, aber ich sehe sie Tag und Nacht immer nur schlafen. Sie hätte hier alle Möglichkeiten, sich zu beschäftigen, aber sie schläft nur. Ich habe sie schon zum Arzt geschickt, aber der sagt, sie ist körperlich völlig gesund. Ich glaube, sie ist einfach nur faul, daß sie dauernd schläft. Das müssen Sie einmal schreiben, ich lasse ihr das sogar übersetzen.

Ich stehe morgens früh auf und mache mir mein Frühstück selber. Sie steht dann erst so zwei bis drei Stunden später auf, wenn ich schon längst im Internet bin. Ich bin noch sehr aktiv und hole mir bis nachmittags alle Nachrichten aus dem Internet. In der Zeit schläft sie. Wenn ich mit dem Internet fertig bin, macht sie was zu Essen und dann schläft sie wieder, während ich eine Stunde spazieren gehe. Sie will aber nicht mitkommen. Wenn ich wiederkomme, schwimme ich eine halbe Stunde lang einige Runden im Pool vor dem Haus. Sie will aber nicht schwimmen. Bis abends lese ich etwas und sehe mir in der Deutschen Welle die Nachrichten an, während sie schläft. Ich habe ihr ein Buch gekauft zum Englischlernen, aber das liest sie nicht, sie schläft.

Abends gehe ich vielleicht etwas essen oder in eine Bar und sehe mir anschließend noch einen Videofilm an, während sie im Bett liegt und schläft. Das regt mich langsam auf. Ich bin schon pensioniert, aber ich bin immer noch aktiv. Sie schläft aber nur, obwohl sie doch so jung ist, da muß man doch Interessen haben, sie hat ja noch so viel zu lernen. Aber sie liegt nur im Bett und schläft. Jetzt schreiben Sie ihr das ‘mal.

Wilhelm V.

Sehr geehrter Herr Wilhelm V.,
ich habe mich bemüht, Ihre Beschwerde richtig zu verstehen, habe damit aber einige Schwierigkeiten. Sie beklagen sich darüber, daß Ihr Ding schläft. Ihr Ding, Ihr ganz junges und hübsches, liegt im Bett und schläft. Sicherlich ist mir bei Ihren Zeilen entgangen, weshalb Sie sich das Ding geholt haben und was das Ding eigentlich tun sollte. Aufgefallen ist mir aber, daß es sich gar nicht um ein Ding handelt, sondern um einen Menschen, ein ganz junges Mädchen. Aber das haben Sie wohl schon erforscht.

Während Sie also nun ganz aktiv im Sessel sitzen und sich im Internet deutsche Zeitungen zu Gemüte führen, stört es Sie, daß das Mädchen nicht ganz aktiv dahinter steht und sich die komischen Zeichen ansieht, die die Deutschen Buchstaben nennen. Dann macht das Mädchen Ihnen etwas zu essen und ist gar nicht daran interessiert, mit einem alten Mann zur heißen Mittagszeit in praller Sonne eine Stunde gemütlich spazieren zu gehen. Sie werden kaum eine Thailänderin finden, der nicht allein der Gedanke daran heiße Schauer über den Rücken als auch über den hellen Teint fahren läßt. Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, daß Thailänder gar keinen Stolz darein legen, spazierenzugehen, und daß besonders Frauen alles Erdenkliche tun, sich nicht der Sonne auszusetzen, sich notfalls wenigstens die Handtasche vors Gesicht halten, um nur ja einen hellen Teint zu behalten und nicht etwa braun zu werden?

Und dann hat sie nicht einmal Lust, eine halbe Stunde hinter Ihnen herzuschwimmen. Fatal. Haben Sie sie einmal gefragt, ob sie überhaupt schwimmen kann? Und haben Sie sich einmal überlegt, wieviel Spaß es für ein junges Mädchen machen muß, eine halbe Stunde lang hinter einem alten Mann herzuschwimmen?

Und wenn Sie Bücher lesen und die Deutsche Welle sehen, setzt sie sich nicht voller Schwung dazu, um auf die deutschen Bücher zu starren und staunend die deutschen Nachrichten zu hören, die sie nicht versteht? Und sie setzt sich nicht einmal vor ein dickes Buch, um alleine Englisch zu lernen? Dabei fällt mir ein: Sie haben gar nicht geschrieben, wie lange Sie sich jeden Tag vor ein Buch setzen, um alleine Thai zu lernen.

Sehen Sie, das Ding hat verstanden, daß es dafür bezahlt wird, daß es für Sie da ist. Nicht als Partner, nicht als Freundin, sondern als Ding im Bett. Das Mädchen braucht scheinbar das Geld, sonst wäre es längst weg. Es wartet auf Ihre Befehle, es wartet darauf, daß Sie etwas sagen, was es tun soll. Es ist nicht so selbständig erzogen, daß es von selbst wüßte, was es tun will und hat vermutlich gelernt, immer nur das zu tun, was befohlen wird. Aber Sie sind so nett, daß Sie ihr nichts befehlen. Sie sagen ihr nichts, was sie tun könnte, und woran sie auch Spaß haben könnte, sondern nur, was Ihnen paßt. Und Sie tun nichts, woran das Mädchen teilhaben könnte. Sie wollten ein ganz junges Mädchen. Wozu? Es ist keine erfahrene Frau, die mit sich selbst fertig wird und außerdem noch für einen alten Mann sorgen kann. Das Mädchen braucht jemand, der ihm hilft, jemand, an den es sich klammern kann, der ihm hilft, groß zu werden.

Was jetzt? Wollen Sie sich um das Mädchen kümmern? Nein? Dann lassen Sie es gehen. Suchen Sie sich eine Frau, die mit sich und mit Ihnen fertig wird. Oder mögen Sie das Mädchen wirklich? Und haben Angst, alleine zu sein? Dann vergessen Sie nicht, daß es nicht eine Altenpflegerin ist. Setzen Sie sich mit dem Mädchen zusammen und unternehmen Sie etwas mit ihm gemeinsam. Lernen Sie gemeinsam mit dem Mädchen Zeichnen, Gitarre spielen, Kochen oder was das Mädchen mag. Helfen Sie ihm, Englisch zu lernen. Lassen sie es Kurse besuchen, Computer oder Englisch, weil es Kontakt mit jungen Leuten und eine sinnvolle Beschäftigung braucht. Sagen Sie ihm, daß es Freundinnen mitbringen kann, um gemeinsam zu lernen, um sich zu unterhalten oder fernzusehen.

Aber am Besten ist es, wenn Sie sich selbst überlegen, was Sie eigentlich wollen. Es ist nicht möglich, ein junges Mädchen auf längere Zeit mit einem alten Mann zusammenzusperren, weshalb auch immer. Es geht mir dabei nicht um die Frage, was moralisch ist, denn so eine Frage kann ich gar nicht beantworten. Moral ist meistens nur das Verhalten, was man von anderen Leuten erwartet. Es geht vielmehr darum, daß Sie Beide leben können müssen und dazu braucht ein junges Mädchen auch junge Leute.

Wie immer dem sei, werde ich selbstverständlich Ihrem Wunsch nachkommen und den von Ihnen erwünschten Brief schreiben:

Mein liebes Ding,
Ihr Opa hat mir geschrieben und sich darüber beschwert, daß sein Ding schläft. Aber nicht nur das. Außerdem hat er auch schon vergessen, daß er einmal jung war. Er weiß nicht mehr, daß man etwas Spaß braucht und etwas Vergnügen, wenn man jung ist. Er beschwert sich, daß Sie nur schlafen und wenig aktiv sind, wo doch alle Möglichkeiten bestehen, etwas zu tun und etwas zu lernen. Ich glaube aber, daß Sie darauf warten, daß er Ihnen sagt, was Sie tun können. Das kann schwierig werden, denn es ist möglich, daß er sich als Ausländer etwas unsicher fühlt und deswegen nichts sagen will. Tun Sie doch einfach so, als wären Sie zehn Jahre älter und schlagen Sie ihm einmal vor, was er mit Ihnen zusammen tun kann. Sagen Sie ihm, was Ihnen Spaß macht und was Sie gerne tun möchten.

Wenn Ihnen nichts einfällt, dann ist das auch nicht tragisch, dann überlegen Sie sich einfach einmal, was Ihnen Spaß machen könnte und probieren es aus. Irgend etwas, was Sie selbst tun, wie nähen, sticken, zeichnen, schreiben, kochen, etc. Sie können sich überlegen, was Ihrem Opa oder Ihren Freundinnen Spaß machen kann und Sie können sie ja auch fragen.

Sicher sollten Sie die Zeit dazu nutzen, wenigstens Englisch zu lernen, oder vielleicht Deutsch. Sie werden es später brauchen, weil man in Thailand mit einer Fremdsprache viel besser Geld verdienen kann. Nachdem Wilhelm einen Computer hat, könnte er Ihnen vielleicht auch erklären, wie man mit so einem Ding umgeht, auch das kann wichtig sein, um besser Geld verdienen zu können. Wenn man sich beschäftigt und Freude daran findet, ist es auch nicht so langweilig, weiß
Ihr Paule Plapper

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Wie muß man mit thailändischen Frauen umgehen?

An Paule Plapper

Nachdem ich einige Ihrer Artikel gelesen habe, konnte ich Ihnen bisher leider noch nicht widersprechen. Ich muß Ihnen auch eine gute Kenntnis des Landes und der Menschen zugestehen. Aber Ihre Antworten auf Leserbriefe schmecken nach essigsaurer Tonerde und ich kann mir gut vorstellen, wie Sie vor dem Computer sitzen und einen Leserbrief auf ihren Giftzähnen aufgespießt haben, um dem fragenden Schreiber mit sadistischem Vergnügen zu erklären, warum das gar nicht geht, was er will.

Ich selbst lebe seit einiger Zeit mit einer Thailänderin zusammen und wir haben viele Probleme, obwohl sie offensichtlich mit mir leben will. Da ich aber keine Lust habe, mir von Ihnen begründen zu lassen, warum ich ein kleiner Doofi bin, drehe ich den Spieß um und führe Sie aufs Glatteis: Wenn Sie sich so gut auskennen, dann sagen Sie mir doch, wie die thailändischen Frauen sind und wie man mit ihnen umgehen muß. Dann kann ich anschließend Ihre Antwort verreißen. Viel Vergnügen,

August D.

Danke, August,
danke für das Vergnügen. Mit Ihrem Wunschzettel auf meinen hochachtungsvoll frisch polierten Giftzähnen bemühe ich mich darum. Leider haben Sie mich nicht gerade mit Informationen überhäuft. Sie wollen also wissen, wie irgendein Farang mit den thailändischen Frauen umgehen soll. Das ist gut, weil auch schon andere Farang nach einer allgemeingültigen Gebrauchsanweisung für den Artikel ‘thailändische Frauen’ gefragt haben.

Zunächst einmal gehen Sie „die thailändischen Frauen“ überhaupt nichts an. Fragen Sie bitte Ihre Frau, die wird das bestätigen. Dann gibt es noch ein anderes Problem: Trotz allen Geredes über ‘die Frauen’, ‘die Männer‘ und die erstaunliche anatomische Ähnlichkeit innerhalb dieser Gruppen handelt es sich jedoch nicht um standardisierte Industrieprodukte, die alle gleich sind (und folglich beliebig auswechselbar wären). Wenn ich davon ausgehe, daß Ihre Frau mindestens 18 Jahre alt ist, dann war sie mindestens 18 Jahre lang einer Fülle von Erlebnissen und Erfahrungen unterworfen, die sie geprägt und ihren Charakter geformt haben. Kein anderer Mensch hat diese Erfahrungen gemacht und so ist kein Mensch so, wie diese Frau.

Ihr Problem in der Beziehung zu ‘den Frauen’ besteht deshalb vornehmlich darin, daß alle diese Frauen sich voneinander unterscheiden, nur Sie sind immer derselbe. Deswegen müssen wir bei der Suche nach den Ursachen von Partnerschaftsproblemen bei Ihnen beginnen. Können Sie sich verstehen, können Sie einem Menschen erklären, wer Sie sind und wie Sie sind? Das wäre eine Voraussetzung für ein gemeinsames Leben, denn den Menschen ‘an sich’ gibt es nicht. Jeder Mensch ist in Situationen, die mit anderen Menschen zu tun haben. Jeder Mensch, der mit Ihnen etwas zu tun hat, reagiert auf Sie. Er kann sich beispielsweise nicht wohlfühlen, wenn Sie mürrisch aussehen oder verärgert sind. Wer Sie sieht, stellt sich auf sie ein, er reagiert auf Sie und ein großer Teil seines Verhaltens sind Reaktionen auf Ihr Verhalten. Wenn Sie nett und freundlich sind, so fällt es Ihrem Gegenüber viel leichter, auch nett und freundlich zu sein. ‘Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus’.

Und noch etwas: Können Sie alleine leben? Das ist vielleicht nicht angenehm, aber diese Fähigkeit ist eine Voraussetzung, mit anderen Menschen leben zu können. Wenn Sie nicht leben können, können Sie auch nicht mit einem anderen Menschen leben, denn Sie brauchen ihn dazu, um selbst leben zu können. Das ist kein Miteinander. Sie können dann höchstens von ihm oder durch ihn leben, aber nicht mit ihm. Sicher gibt es die Möglichkeit gegenseitiger Abhängigkeit, aber diese macht die Gemeinsamkeit unmöglich und diese Partnerschaften sind sehr aufreibend und zeitlich begrenzt, nämlich bis einer der Partner merkt, daß man sich nicht versteht, daß die Gemeinsamkeit fehlt.

Wenn jemand behauptet, er liebt seinen Partner, so sollte er sich fragen, was er für diesen Partner will. Wollen ist übrigens wie Lieben die eigene Aktivität und nicht etwa die Erwartung, daß der Partner gefälligst glücklich zu sein hat. Die Frage ist also, was Sie dafür tun, daß Ihre Frau glücklich oder zumindest zufrieden ist. Wissen Sie das? Können Sie sich das einen Moment merken? Schön. Dann sollten Sie sich jetzt überlegen, ob ihre Frau das auch wirklich will, was Sie ‘für sie’ tun, oder ob Sie etwa nur bestimmen, daß es für sie gut zu sein hat.

Wissen Sie wirklich, was Ihre Frau will? Sagt sie Ihnen das? Und ist das wirklich alles, was sie will, oder weiß sie es selbst nicht oder sagt es Ihnen nicht und wartet nun darauf, daß Sie ihr Leben regeln, damit sie zufrieden leben kann? Können Sie sich vorstellen, was Ihre Frau will, was sie braucht? Würde Ihnen das reichen, um zufrieden leben zu können? Oder konzentrieren Sie sich mehr auf das, was Sie von Ihrer Frau erwarten, vielleicht mit der Begründung, sie geben ihr ja Geld und Essen dafür, daß sie für Sie da ist?

Wenn Sie dieser Meinung sind, sollten Sie sich überlegen, weshalb sie mit einem anderen Menschen leben wollen; Geld und Essen haben sie doch selbst, aber Sie suchen die Gesellschaft eines Menschen. Könnte es nicht sein, daß Ihre Frau dasselbe sucht, wie Sie? Vielleicht etwas Wärme, Anerkennung, Verständnis, etwas freundliches Leben um sich herum und etwas Aufmerksamkeit? Und geben Sie ihr das? Sie wollen sicher nicht erzählen, daß thailändische Frauen keine Zuneigung und Aufmerksamkeit brauchen, weil sie ja Geld bekommen, nicht wahr?

Aber wir haben bisher etwas theoretisch überlegt, was ein Zusammenleben ausmacht, egal mit welcher Person und aus welchem Land. Nun kommen wir zum Leben mit einer Thailänderin. Thailänderinnen sind nicht anders, als andere Menschen auch. Sie sind vielleicht körperlich etwas schmaler gebaut, etwas kleiner, was manche Ausländer dazu veranlaßt, sie wie Kinder oder minderwertige Menschen zu behandeln, wodurch Spannungen entstehen. Viele Ausländer sind der Meinung, daß die kleinen thailändischen Frauen ‘ganz scharf’ darauf sind, einen großen, stattlichen Ausländer zu finden und rechnen ihr höheres Alter und ihren Bauchspeck zu dem hinzu, was sie für ihre ‘Männlichkeit’ halten.

Oft glauben sie, daß höchste Ziel aller Frauen sei die sexuelle Befriedigung und meinen, daß sie diese durch einen großen und schweren Körper garantieren können. Beides ist ein Irrtum. Weder ist die sexuelle Befriedigung ihr vorrangiges Ziel, noch halten sie dicke ältere Männer für besonders stattlich oder gar ‘sexy’, auch wenn dies an Bars zum Anlocken der Gäste so gerne gesagt wird.

Im Allgemeinen kann gesagt werden, daß die meisten thailändischen Frauen zum Nachgeben erzogen werden, sie sollen ihren Eltern und ihrem Mann dienen, ihnen gehorchen und für deren Wohlergehen sorgen. Doch diese kulturelle Norm findet ihre Grenzen, wenn der Mann sich nicht auch an die dazugehörigen kulturellen Normen hält, die der Ausländer oft gar nicht kennt, oder wenn sich keine gemeinsame Lebensbasis, keine Übereinstimmung finden läßt. Dazu kommt, daß es keinerlei Garantie gibt, daß die Frau, die ein Ausländer kennenlernt, auch tatsächlich untertänig sein will. Oftmals wird die Frau zu Beginn der Bekanntschaft nachgiebig sein und eine untergeordnete Rolle spielen.

Dieses Verhalten hört meist dann auf, wenn sie als ein untergeordneter Mensch behandelt wird, oder dann, wenn es für sie nicht mehr lebensnotwendig ist, sich unterordnen zu lassen, wenn sich damit keine gemeinsame Lebensbasis schaffen läßt. Während Thailänder die Tendenz haben, möglichst ohne große Reibungen nebeneinander zu leben, neigen westliche Ausländer eher dazu, gegeneinander zu kämpfen, wobei aber gewisse Grenzen gelten. Wenn nun ein Farang auf den Gedanken kommen sollte, gegen seine Partnerin zu kämpfen, sollte er sich nicht wundern, wenn sie diesen Kampf schließlich aufnimmt - ohne die Grenzen zu kennen.

Wer bei seiner thailändischen Partnerin eine bestimmte Handlung erreichen will, tut gut daran, sie dabei um ihre Hilfe zu bitten und ihr klar zu sagen, was er wünscht. Es ist ebenso verkehrt, Handlungen oder Verhaltensweisen als selbstverständlich vorauszusetzen, nur weil sie vielleicht in Europa üblich sind, wie es verkehrt ist, diese Handlungen zu befehlen (weil man ja ein größerer Mensch ist).

Eine Besonderheit der Thailänderinnen, die westliche Ausländer kennenlernen, besteht nicht so sehr in deren Wesen, sie ergibt sich vielmehr in den weitaus meisten Fällen durch die etwas sonderbare Art der Bekanntschaft, durch eine Situation, in der der Ausländer Vergnügen oder Unterhaltung sucht und Geld hat, auf das die Thailänderin glaubt, angewiesen zu sein. Dadurch kommen zwei Menschen, die sich nicht kennen und kaum miteinander sprechen können, abrupt in eine sehr enge Nähe, während man normalerweise Wochen oder Monate braucht, um sich kennenzulernen und zu verstehen. Hier müssen meist Stunden reichen, Stunden in einer Bar, von der es meist direkt ins Hotelbett geht. Maßgeblich sind dabei zunächst nur der vermutete Reichtum des Farang und die subjektiv wahrgenommene Schönheit des Körpers der Thailänderin. Alles Andere scheint nebensächlich; es kann sich vielleicht später entwickeln.

Beim Kennenlernen eines Partners sollte man vielleicht nicht so sehr darauf achten, wieviel Geld er hat oder wie schön er ist. Eine Frau, die schon halb ausgezogen an einer Bar steht, mag ihrem Partner zu später Stunde vielleicht Arbeit ersparen, aber das ist leider gar keine Garantie dafür, daß man später auch mit ihr gemeinsam leben kann.

Das Allerwichtigste, was man bei einem Partner sehen kann, sind weder Portemonnaie noch Brüste, sondern die Achtung, die er vor anderen Menschen hat. Man kann mit keinem Menschen leben, der Menschen nicht achtet. Das trifft auch dann zu, wenn man selbst keine Achtung hat und nur ein Geschäft beabsichtigt. Achtung vor anderen Menschen ist nicht vom Besitz eines Menschen abhängig. Am leichtesten erkennt man sie am Umgang mit Menschen, die von der Umwelt vielleicht als ‘minderwertig’ eingestuft werden.

Wer vor einem Menschen keine Achtung hat, weil dieser nur wenig Besitz zeigt oder vielleicht klein oder gar körperbehindert ist, der hat keine Achtung vor Menschen. Er wird seine Partner oder Freunde nur nach dem von ihnen zu erwartenden Vorteil betrachten und fallenlassen, wenn dieser Vorteil eines Tages zu gering erscheint.

Man kann übrigens auch Geschäftspartner achten und sollte es unbedingt tun, denn auch Geschäfte bedürfen einer Gemeinsamkeit, gemeinsamen Gewinns. Das hier übliche Geschäft lautet zunächst: Geld gegen Vergnügen. Dennoch kann daraus eine gemeinsame Beziehung werden, denn man kann sich aneinander gewöhnen und gegenseitig versorgen. Sie müssen allerdings zuerst herausfinden, ob Ihre Partnerin nur Geld sucht, oder ob sie auch versucht, an Sie zu denken, versucht, etwas für Sie zu tun, ohne daß Sie es zuvor verlangt haben, versucht, Ihnen eine Freude zu bereiten, ohne dafür Geld zu verlangen. Und Sie sollten sicher sein, daß sie Sie nicht für irgend einen dummen Farang hält. Dann können Sie vielleicht mit ihr leben, es sei denn, daß Sie sie für irgend eine dumme Thai halten.

Schließlich haben die Geschäftspartner, die nach Pattaya kommen, ein gemeinsames Problem; sie sind allein, meist sogar einsam. Gemeinsam kann man dem entgehen. Dazu muß man bereit sein, das Leben mit dem Anderen zu teilen. Das bedarf nicht nur einiger Anstrengung, sondern auch vieler Geduld und Ehrlichkeit. Zunächst einmal müssen die Partner akzeptieren, daß der andere nichts Böses will und ein eigenständiger Mensch ist. Man sollte ihn also sein eigenes Leben leben lassen, ohne Befehle oder Geschrei. Wenn man eine Handlung des Partners nicht versteht, so geht dies vielleicht besser, wenn man ihn fragt, warum er so handelt - und wenn man dann auch aufmerksam zuhört, wenn er versucht, es zu erklären.

Zum Verständnis ist es natürlich auch wichtig, seine Sprache zu lernen, oder zumindest eine gemeinsam bekannte Sprache, wie etwa Englisch. Dennoch sollte man nicht vergessen, daß die meisten Frauen, die mit einem Ausländer leben, keinen sehr hohen Bildungsgrad haben und ihre Empfindungen oder Gedanken nicht gerade sehr präzise ausdrücken können. Hier ist der berühmte Satz der deutschen Hausfrau zu berücksichtigen, die ihrem Mann sagt: „Nun hör’ doch endlich einmal nicht darauf, was ich sage, hör’ doch ‘mal auf das, was ich meine.“

Das muß nicht immer einen durchschlagenden Erfolg bringen, denn viele Menschen wollen gar nicht wissen, wofür sich ihr Partner interessiert. Es reicht ihnen, ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit führt in vielen Fällen nur dazu, daß die Frau ausschließlich von der Bedeutung und der Auswirkung der verschiedensten Omen und aller möglichen Geister, von glückverheißenden Zahlen, von garantiert zutreffenden, erträumten Lottozahlen und gehörten Unglücken durch Geistereinwirkung spricht.

Das wirkt etwa so aufmunternd, wie eine europäische Partnerin, die nur von Schönheitssalons, schicker Mode und der unbedingt durchzusetzenden Gleichberechtigung schnattert, ohne dabei ihr Hirn zu bemühen oder etwa zu verstehen, was sie sagen. Männer ziehen es demgegenüber vor, ihre Frauen über Fußball und Börsenberichte zu informieren, weshalb sie sich als intelligenter bezeichnen.

Während man die Worte seiner Partnerin also nicht immer auf die Goldwaage legen sollte, ist es empfehlenswert, ihre Handlungen näher zu betrachten. Thailänder sind normalerweise sehr höflich. Es ist interessant, zu beobachten, wer sich wem gegenüber höflich verhält. Oft läßt eine Person die Höflichkeit fallen, wenn der Gegenüber arm ist; dann wird angesetzt, daß er keinen Wert hat, weil man vom ihm keinen Gewinn erwarten kann. Für diese Person haben auch Sie keinen Wert, wenn sie kein Geld mehr haben. Sie sind für ihn nur das, was er von Ihnen erhalten kann.

Andere Personen lassen die Höflichkeit fallen, wenn der Gegenüber eine untergeordnete Stellung hat, keine Macht besitzt, in der Gesellschaftsordnung unten steht, wie etwa der Farang. Auch hier geht es nur um die Vorteile, die erwartet werden, nicht etwa um eine menschliche Beziehung. Wenn Sie sich an eine Bar setzen und Ihnen ein zwanzigjähriges Mädchen sagt, Sie sollen sich erst einmal die Haare schneiden und sie müssen sich die Fingernägel völlig abschneiden, so wie es in ihrem Dorf üblich ist, und sich dann auf den Tisch vor Ihren Kaffee setzt, so haben Sie ein Muster dieses Verhaltens. Dieses Mädchen würde es nie wagen, sich einem Thai gegenüber dermaßen unhöflich zu verhalten.

Bei Ihnen aber ist dieses Verhalten angebracht, weil Sie ja nur ein Farang sind. Sie haben keinen Wert, außer dem Geld, das man von Ihnen erwartet. Eine menschliche Beziehung wird hier nicht möglich sein. Erst wenn ein Mensch auch anderen gegenüber, die ärmer oder ‘untergeordnet’ sind, höflich und hilfsbereit ist, können Sie annehmen, daß hier eine menschliche Beziehung möglich ist, daß Sie für diesen Menschen mehr sind, als ihr Kapital.

So sehr Farang auch in der thailändischen Gesellschaft der touristischen Orte und vieler Städte abgelehnt werden, sofern sie nicht gerade als Kunden und Geldbringer auftreten, so sehr wird man aber auch darauf achten, ob Sie selbst höflich sind und Thailänder akzeptieren. Wenn Sie das nicht tun, können Sie sicher sein, daß auch Sie nicht akzeptiert werden, daß man Sie höchstens lächelnd als die Variation eines Goldesels ansieht. Es ist ja auch nur sehr schwer möglich, einen Menschen zu achten, von dem man nicht geachtet wird. Die Beziehung zu Ihnen wird von diesem Menschen dann nur als eine zu bezahlende Dienstleistung angesehen, nicht etwa als eine Partnerschaft oder gar Freundschaft.

Viele thailändische Frauen haben Angst vor einem Ausländer. Nicht nur wegen vieler Vorurteile und wegen des schlechten Rufes, in dem Ausländer dank jener Leute stehen, die hier im Urlaub ‘die Sau ‘rauslassen’ oder großkotzig und überheblich auftreten, sondern auch wegen des unterschiedlichen kulturellen Hintergrundes, der unterschiedlichen Mentalität und der Verständigungsschwierigkeiten.

Wenn Ihre Partnerin von Ihnen Abstand hält, so heißt das nicht unbedingt, daß sie Sie ablehnt; es kann die normale Angst vor dem Fremden sein, die Angst, Fehler zu machen. Sie können diese Angst nicht verbieten und Sie können sie auch nicht erdrücken, indem Sie Ihre Partnerin jetzt dauernd in den Arm nehmen. Wenn Sie sie zu nichts zwingen, wird sie wahrscheinlich von selbst auf Sie zukommen. Sie können ihr dabei zumindest mit Geduld helfen.

Barfrauen kommen meist aus sehr armen Verhältnissen. Das bedeutet, daß sie viele Dinge nicht kennen und nicht viel gelernt haben. Nicht, weil sie dumm sind, sondern weil sie keine Gelegenheit zum Lernen hatten. Vieles, von der Anwendung elektrischer Geräte bis zur Anwendung spezieller Medikamente für bestimmte Krankheiten ist vielleicht für Sie selbstverständlich, Ihrer Partnerin aber völlig unbekannt, meist auch das logische Denken. Wenn Sie Ihrer Frau etwas sagen wollen und sie versteht es nicht, fühlen Sie sich vielleicht hilflos, weil Sie glauben, Ihre Frau will Sie nicht verstehen oder sie ist einfach zu dumm. Und wenn Sie sich hilflos fühlen, dann neigen Sie dazu, irgendeine Kurzschlußhandlung zu begehen oder zu schreien. Beides hilft nicht.

Ihre Frau kann Sie dann wohl besser hören, aber immer noch nicht besser verstehen. Und sie wird in Zukunft noch mehr Angst vor Ihnen haben. Sie erreichen also das Gegenteil von dem, was Sie wollen. Geduldige Erklärungen helfen hier mehr.

Versuchen Sie, Ihrer Partnerin ganz in Ruhe etwas zu erklären, wenn sie es nicht weiß - und ganz in Ruhe zuzuhören, wenn sie fragt, antwortet oder Ihnen widerspricht. Und geben Sie ihr für das, was sie tut und lernt, auch etwas Anerkennung, für die Mühe, die sie sich macht, etwas für Sie zu tun. Wenn Ihre Partnerin empfindet, daß sie von Ihnen akzeptiert wird und gemeinsam mit Ihnen leben kann, wird sie dies ernsthaft versuchen. Besonders dann, wenn sie keine eigene Familie unterstützen muß.

Doch wenn Ihre Partnerin sich auch von Ihnen verlassen fühlt, werden sie nur die Rolle eines Versorgers oder eines Goldesels erhalten. Das kommt dann ganz auf Sie an. Aber sie sollten wissen, daß solch eine Beziehung nur solange hält, wie Sie unbedingt gebraucht werden. Je mehr Geld Ihre Partnerin sparen kann, desto näher rückt dann der Tag, an dem sie es nicht mehr nötig hat, mit einem Farang zu leben, ihm zu dienen und das zu tun, was er will oder was er befiehlt.

Mit besten Grüssen
Paule Plapper

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Wo ist das thailändische Lächeln geblieben?

Ich bin zwei Monate durch Kambodscha und Vietnam gefahren und vor drei Wochen in Thailand angekommen. Ich hatte vom Land des Lächelns gehört, aber jetzt frage ich: Wo ist das Lächeln? Ich habe es nirgends in Thailand finden können.

Von meiner Ankunft an waren alle Inhaber der Guesthouses unfreundlich. In den Restaurants ist es dasselbe, dasselbe in den Internetcafés. Seit dem ersten Tag kann ich nicht das Thailand finden, von dem ich im Ausland so viel gehört hatte und das ich hier gesucht habe. Ich glaube, daß es nicht mehr existiert. Banana pancakes sind sehr gut zum Frühstück, aber ich glaube nicht, daß das die traditionelle thailändische Nahrung ist.

Die Inhaber der Guesthouses haben alle Hemd und Hosen an. Ich glaube nicht, daß das die traditionelle thailändische Kleidung ist. Das Bild, das man in überseeischen Ländern von Thailand hat, entspricht nicht der Wahrheit. Bei meinen Reisen durch andere südostasiatische Länder bin ich den ‘echten Leuten‘ begegnet, habe das ‘echte Land‘ gesehen. Ist das in Thailand für immer verloren oder wohin sollte ich fahren? Ich glaube, ich werde sehr enttäuscht nachhause fahren müssen.

Jürgen Pf.

Hallo, Jürgen,
Du bist nicht der Einzige, dem es so geht. Auch ich bin in meiner frühen Jugend mit dem Rucksack auf die Reeperbahn und in den Hauptbahnhof von Frankfurt gegangen, um die deutsche Jungfräulichkeit und deutsche Traditionen kennenzulernen, dabei habe ich Schischkebab, Döner und Kuskus bestellt, um die deutsche Bauernkost kennenzulernen. Und dann habe ich mit verkniffenem Gesicht jeden Menschen verbissen angeschaut und auf die deutsche Gemütlichkeit gewartet.

Du warst in der ‘Khao San’, dem bangkoker Ghetto für Rucksacktouristen, wo Rucksacktouristen Rucksacktouristen suchen und an einem schwindsüchtigen Reisebudget leiden sowie als auch unter dem zwanghaften Bedürfnis, zu erzählen und zu hören, wo man die billigsten Unterkünfte, die billigsten Sandwiches und das billigste Bier bekommt. Die Gäste der Khao San sind selten an der Kultur des Landes interessiert, sofern man sie nicht im Kurzfilm auf dem Bildschirm sieht, damit man zuhause etwas erzählen kann. Es freut mich zu hören, daß es in der Khao San auch noch einige Thailänder geben soll.

Aber Thailand ist nicht weit entfernt. Man braucht nur zwanzig Minuten spazieren zu gehen und dort einzukehren, wo keine Banana pancakes angeboten werden, wo keine englischsprachigen Schilder für ‘American Breakfast’ und ‘T-Bone Steak’ angebracht sind, sondern wo man einige Thailänder auf Hockern an einem kleinen Tisch sitzen und essen sieht. Man ist übrigens dabei nicht verpflichtet, aus lauter Zugehörigkeitsgefühl zu Asien geblümte Damenunterhosen aus Bangladesch, einen indonesischen Turban und auf der nackten Haut eine Weste aus Pakistan zu tragen. Das wirkt etwa so überzeugend, wie ein Nigerianer in Krachledernen und Gamsbarthut in Ostfriesland. Eine saubere, lange Hose und ein sauberes Hemd tun’s auch. Wer dann etwas Thailändisches essen will, hat dazu alle Möglichkeiten. Wenn er freundlich ist, läßt man ihn auch gerne in die Töpfe schauen und auswählen, was er haben will.

Wer dabei allerdings sehr ernst in die Welt schaut und auf das Lächeln wartet, hat sich geirrt. Es gibt auch für Thailänder keine allgemein verpflichtende Verordnung, ununterbrochen zu lächeln. Aber man findet das thailändische Lächeln am leichtesten dort, wo man selbst die Leute anlächelt und freundlich ist. Das gilt übrigens nicht nur für Thailand.

Viele Thailänder, denen der Homo touristicus auf der Straße begegnet, Tuk tuk-Fahrer, Barmädchen, Personal im Guesthouse und in den kleinen Thai-Restaurants in Brettern oder auf Rädern, haben oftmals keine sehr umfassende Bildung genossen. Deshalb empfinden sie sehr genau, ob sie von jemand akzeptiert und geachtet werden oder nicht. Wer hierherkommt und einem Barmädchen sagt: „Eh, Du Doofkopp, ein Bier, aber kalt und ein bißchen dalli, dalli!“, macht sich etwa so beliebt, wie ein Türke, der dies in einem besseren Restaurant in Deutschland tut. Höflichkeit, gute Umgangsformen und Sauberkeit haben bei Thailändern einen sehr hohen Stellenwert und das Benehmen, das deutsche Fernfahrer oder Bauarbeiter untereinander zeigen, hat sich in der thailändischen Gesellschaft noch nicht ganz durchsetzen können.

Wer Thailand und die typische Bevölkerung kennenlernen will, dürfte dafür im Ghetto der Rucksackreisenden ebensowenig Chancen haben, wie in einem internationalen Hotel mit einem ganzen Sternenhimmel. Man kann mit dem thailändischen Tourismusamt Kontakt aufnehmen, das auch in Guesthouses für sich Reklame macht. Wer diesen Angeboten nicht vertrauen will, kann auch einen Bus nach Sa Kaeo, Mukdahan, Buriram, Mae Hong Son, Udon oder Ubon nehmen und zwanzig Minuten vor der Endstation aussteigen. Hier findet er das richtige Thailand. Man sollte sich aber vor der Reise überlegen, was man eigentlich sucht. Das Lächeln kann man finden. Das ‘große Glück’ ist selten geworden. Die ‘große Liebe’ gibt es noch häufiger, doch vielen Farang ist schon kurz danach das eigene Lächeln vergangen. Eine gute Weiterreise wünscht Dir
Dein Paule

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1 Stck. Frau nach Deutschland gesucht...

Ich werde von Weihnachten bis zum 15. Januar nach Pattaya kommen und will mir eine Frau nach Deutschland mitnehmen. Als ehemaliger Beamter der gehobenen Laufbahn bin ich jetzt mit 55 Jahren Frührentner, aber sexuell noch sehr aktiv. Meine Frau hat sich von mir scheiden lassen und ich brauche jemand, der mein Haus in Ordnung hält, für mich kocht und wäscht und mir persönlich zur Verfügung steht.

Meine Bezüge sind gut genug, daß ich mir erlauben kann, eine Frau mitzunehmen. Meine Problem ist aber, daß ich nicht sicher bin, wie ich so eine Frau finden kann und ob sie dann auch für die für sie vorgesehenen Tätigkeiten geeignet ist. Eine Aufenthaltsgenehmigung kann ich für sie als ehemaliger Beamter mühelos erhalten.

Teilen Sie mir bitte auch mit, welche Schritte ich in Thailand unternehmen muß, wenn ich die Frau mitnehme (evtl. Versicherung, Dokumente, Inkenntnissetzung der Eltern etc.).

Franz Xavier B.

Sehr geehrter Herr B.
Zunächst war ich überzeugt, daß Sie Ihren Brief lediglich mit einer verkehrten Anschrift versehen haben. Aber ich habe volles Verständnis dafür, daß Sie sich als Beamter der gehobenen Laufbahn sicherlich nicht genug mit der normalen Bevölkerung beschäftigt haben, um sich noch in Situationen eines normalen Lebens hineinversetzen zu können.

Bezüglich der von Ihnen gesuchten Kombination von Haushaltsmaschinen können wir Ihnen mitteilen, daß die für die Herstellung solcher Geräte bekannte Firma Siemens auch einen Sitz in Bangkok hat und bitten wir Sie höflichst, sich zwecks der erwünschten Geräte zur Versorgung Ihres Haushaltes vertrauensvoll an diese zu wenden. Womit wohl der bedeutendste Teil Ihrer werten Anfrage beantwortet sein dürfte.

Allerdings ist bedauerlicherweise nicht bekanntgeworden, ob sich die Firma Siemens auch mit den persönlichen Bedürfnissen sexuell sehr aktiver pensionierter Beamter der gehobenen Laufbahn befaßt, obwohl hier sicherlich eine Marktlücke besteht. Wir werden uns also alle erdenkliche Mühe geben, auf Ihr diesbezügliches Problem einzugehen, bevor sie dies mit dem obgenannten solchen tun.

Also gut. Sie suchen 1 Stck. Frau. Da darf ich Sie zu der geschickten Auswahl Pattayas als Ort der Suche beglückwünschen, wo Sie ideale Voraussetzungen finden; sind doch aus dem ganzen Land Frauen hierhergekommen, und viele von ihnen suchen 1. Stck. Farang (wie hier die westlichen Ausländer genannt werden). Eine hervorragende Ergänzung.

Man könnte die in Pattayas Bars und ähnlichen Betrieben arbeitenden Frauen in drei Kategorien einteilen:

  1. Frauen, die nichts gelernt haben und nichts besitzen, außer einer Familie, Eltern oder Kindern, die sie ernähren müssen. Ein Drittel aller hier im Sexgewerbe tätigen Personen haben Kinder.
  2. Frauen, die nichts gelernt haben und keine Fähigkeiten haben, um eine vernünftige Arbeitsstelle zu finden, die in der ‘Geborgenheit’ einer Bar ihre soziale Umgebung und ein relativ zufriedenstellendes Auskommen finden, und
  3. Frauen, bei denen es keine Rolle spielt, ob sie etwas gelernt haben. Sie haben die Fähigkeit, bei ihrer intensiven Suche nach Geld einen Ausländer zu finden, der welches hat und verstehen es meisterhaft, an dieses Geld zu kommen, weil sie sich für nichts anderes interessieren.

Der erste Schritt, den Sie unternehmen müssen, um eine Frau zu finden, besteht nicht etwa darin, sich zu überlegen, was eine Frau ist; dafür haben Sie sicherlich schon viel zu lange Ihre eigenen Vorstellungen, die zu ändern Ihnen unbequem wäre, Ihr hochglanzlackiertes Selbstbild ankratzen und Sie dem tatsächlichen Leben zu nahe bringen könnte, das Sie seit Ihrer Pubertätszeit gescheut haben.

Der erste Schritt, den Sie unternehmen, wird also in jedem Falle ein sogenannter Fehltritt sein. Anschließend können Sie dann entscheiden, ob die Fehlgetretene zu den ersten zwei Kategorien gehört, nichts gelernt hat und auch die Fähigkeiten des Lernens nicht besitzt, sondern zwischen drei bis vier Bambuswänden aufgewachsen ist, weder die Pflege eines Einfamilienhauses noch die Zubereitung europäischen Essens kennt und sich ohne Kommunikationsmöglichkeiten in einem kalten Land in einer kalten Umgebung mit einem kalten Farang nicht wohlfühlt, auf das Geld verzichtet und baldmöglichst in ihre Heimat flüchtet.

Oder Sie haben eine Dame der dritten Gruppe. Das wäre noch die bessere Lösung, weil Ihr Geld dann bald den Besitzer gewechselt hat und Sie anschließend mit Ihren Nerven am Ende und auch noch froh sind, wenn sie dann verschwindet, wenn nichts mehr zu holen ist.

Sicher gibt es auch noch einige andere Frauen, denn es gibt eine Reihe von Ausländern, die mit ihren thailändischen Frauen gemeinsam leben. Aber darunter befinden sich keine frühpensionierten Beamten, die innerhalb von drei Wochen eine Frau zum Mitnehmen gesucht haben. Das Beste mag sein, wenn Sie sich als Muselmane verkleidet im Sudan eine Sklavin kaufen. Gute Reise wünscht
Paule Plapper

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Wie lange dauert es, bis man integriert ist?

Herrn Victor Schluff.

Schon seit Jahren komme ich immer wieder nach Pattaya auf Urlaub. Das Leben ist hier sehr angenehm und preiswert, auch habe ich hier keine körperlichen Probleme. Ich bin jetzt 47 Jahre alt und bekomme eine gute Unfallrente, von der ich in Thailand viel besser leben kann, als in Deutschland. Bevor ich nun aber in Deutschland meine Zelte abbreche und nach Thailand umsiedle, möchte ich von Ihnen erfahren, wo man am besten lebt, um möglichst viele Kontakte zu haben, wie lange es so im Durchschnitt dauert, bis man in Thailand und bei den Thai integriert ist und was man dafür tun muß.

Auch wenn ich sicher bin, jederzeit ein hübsches Mädchen zu finden, möchte ich nicht auf gesellschaftliche Kontakte und kulturelle Veranstaltungen verzichten. Kann ich vielleicht als Fernmeldetechniker noch einen Nebenjob oder eine andere Arbeit finden? Es ginge mir dabei nicht um’s Geld, sondern nur um eine angenehme Beschäftigung und um die Unterhaltung. Über eine baldige Antwort würde ich mich freuen und verbleibe als Ihr

Joachim E.

Nein, Joachim,
über meine Antwort werden Sie sich gar nicht freuen: Sie werden in Thailand nie integriert sein. Aber sie werden in Thailand leben können.

Integriert sind auf der ganzen Welt Personen, die den Menschen in ihrer Umgebung als nützlich erscheinen, genauso wie diese aussehen, sprechen, denken und handeln und die gleiche Herkunft haben. Mit anderen Worten: Integriert sind einzelne Personen innerhalb einer Gruppe, wenn sie sich so wenig wie möglich von dieser unterscheiden, den Idealen der Gruppe entsprechen und als nützlich angesehen werden.

Als Gruppe, in die man sich integrieren könnte, gibt es ‘die Thai’ ebensowenig, wie ‘die Deutschen’. Sie waren auch in Deutschland nicht bei ‘den Deutschen’ integriert, sondern höchstens in einer bestimmten Bevölke-rungsschicht, einer sozialen Gruppe, wie etwa bei Arbeitern, Politikern oder Bauern, Gewerkschaftlern, Jazzfans, Kegelbrüdern, Fußballfans, Nachbarn, Kirchgängern, Parteifreunden, Neonazis oder Goldfischzüchtern, etc. Der Bewohner eines Schrebergartens ist in einem Villenviertel ebensowenig integriert, wie der Bewohner einer Luxusvilla in einer Schrebergartensiedlung, letzterer wird nur mehr beneidet.

Wenn Sie sich überlegen, wer Sie sind und was Sie wollen, haben Sie immerhin die Möglichkeit, sich eine Umgebung auszusuchen, in die Sie hineinpassen, wo sie möglichst wenig auffallen. Aber mit Ihren Knopfaugen und der großen Nase wird das schwierig und in Thailand wird einem fremden Aussehen und einer fremden Herkunft noch wesentlich mehr Gewicht beigemessen, als in Deutschland, wo sich Asiaten auch nur sehr schwer integrieren können.

Es wird auch schwierig, den gleichen Dialekt zu erlernen, den die Leute in Ihrer neuen Umgebung sprechen, mit ihnen Witze auszutauschen, über die Kunst des Beherrschens der vielen Geister, die richtige Deutung der Träume und das Herausfinden der garantiert glückbringenden Lottozahlen zu diskutieren. Schon das traditionsgebundene Verhalten, das Essen derselben Speisen mit denselben Eßmanieren könnte Ihnen Schwierigkeiten bereiten. Selbst einem Thai aus einer entfernten Provinz bereitet es erhebliche Schwierigkeiten, sich in einer anderen Provinz, einer anderen thailändischen Umwelt zu integrieren.

Vergessen wir also die Integration. Aber Sie können sich die Achtung in einer thailändischen Umgebung erwerben und akzeptiert werden. Das ist davon abhängig, wieweit man an ihrem Verhalten erkennen kann, daß Sie die Menschen in ihrer Umgebung achten und akzeptieren und sich wie diese verhalten, vor allen Dingen auch abhängig davon, wie weit Sie sich verständlich machen können und wieweit Sie als nützlich oder hilfreich, also als ‘guter Mensch’ angesehen werden.

Akzeptiert zu werden, ist insbesondere in der Provinz nicht schwierig. Allerdings müssen Sie dann dort wie die Menschen in Ihrer Umgebung leben, und zwar mit einer Familie oder zumindest mit einer Frau aus diesem Ort. Sie werden dann statusmäßig zunächst dieser Familie oder dieser Frau zugeordnet und anschließend zunehmend danach beurteilt, wie Sie sich verhalten, wieweit sie freundlich, höflich und vor allen Dingen für ihre Gemeinde oder zumindest deren Oberhäupter nützlich sind.

In einer Stadt wie Bangkok oder Pattaya fallen Sie am wenigsten auf, dafür werden Sie dort auch am wenigsten integriert. Sie fallen dem zum Opfer, was man in Thailand so gerne als ‘Toleranz’ rühmt. Doch in Wirklichkeit sieht man sie gar nicht. Man kann nicht tolerieren, was man nicht sieht. Diese thailändische ‘Toleranz’ ist in Wirklichkeit zwischen Desinteresse und Apathie anzusiedeln. Nur die allerwenigsten Thai aus anderen Gegenden schaffen es, sich hier zu integrieren. Dafür ist es in einer Stadt auch nicht so wichtig, geachtet oder akzeptiert zu werden, was in einem Dorf die Voraussetzung ist, um dort leben zu können.

In einer Stadt ist es nur erforderlich, das nötige Kleingeld für einen mittelprächtigen Lebensstandard zu haben und möglichst wenige Menschen zu belästigen. In Bangkok oder Pattaya wird man sich in jedem Fall denkbar wenig um Sie kümmern, man wird sie kaum beachten und man wird Sie auch alles tun lassen, was Ihnen paßt, solange Sie niemand ernsthaft stören. Sie sind hier ohne jede Bedeutung, sofern sie nicht gerade Geld geben.

Sie werden Sie in einer thailändischen Stadt auch denkbar wenige Freunde haben, vielleicht einige freundliche Nachbarn, wenn Sie zu denen freundlich sind. Sie werden vielleicht sogar eine Art ‘Stammkneipe’ finden, irgendeinen Ort in einer Bar oder vor einem Lebensmittelladen, an dem man sie kennt und nicht dauernd Ladydrinks, Einladungen, Ausgaben oder direkt Geld von Ihnen verlangt, weil Sie irgendein reicher Farang sind. Vorausgesetzt, daß man Sie als eine einzelne, bekannte und soziale Person einstuft. Nein, Sie werden in Thailand nie integriert sein und nie viele Freunde haben. Aber, wieviele haben Sie denn in Deutschland?

Sie können in Thailand Ihre Insel finden. Damit meine ich nicht ein Stück Land im Meer, sondern eine Insel für Ihr privates Leben. Sie kön-nen eine thailändische Frau finden, die mit (und von) Ihnen leben will. Sie können ein oder zwei thailändische Bekannte oder eine Familie finden, mit denen Sie sich hin und wieder treffen (und je mehr Sie diese Treffen finanzieren, desto öfter können sie stattfinden).

Selbstverständlich gibt es auch noch sehr viele Ausländer, viele Deutsche in den Städten und es gibt überhaupt keine Probleme, diese zu finden und zu treffen. Aber fast alle Europäer, die in Thailand leben, haben irgendeine Macke. Warum können sie nicht in ihrem Land leben, dort wo sie großgeworden sind und sich auskennen? Sicher, die einen haben kein Land, in dem sie großgeworden sind, die nächsten haben gesundheitliche Probleme oder eine zu geringe Rente, womit sie in Europa Schwierigkeiten haben, wieder andere haben ein zu einnehmendes Wesen und müssen deswegen öfters die Umgebung wechseln, andere werden zu viel von hübschen Mädchen gesucht und wieder andere von der Polizei, manche sind unumgänglich und wieder andere noch dümmer, etc. pp.

Es kommt nicht darauf an, Urteile über die jeweilige Macke zu fällen, sondern herauszufinden, welche Macken Sie am wenigsten stören. Sie werden die meisten der hier lebenden Ausländer kaum für eine nähere Freundschaft in Betracht ziehen, aber es liegt wohl auch an Ihnen, ob Sie hier einen oder zwei Menschen finden, mit denen Sie sich öfter einmal treffen können. Ganz so, wie auch in Deutschland, auch wenn dort mehr Deutsche leben.

Das ‘Paradiesische’ an Thailand ergibt sich aus dem angenehmen Klima, den (nach dem Geldwechsel) niedrigen Preisen, der Toleranz (und Gleichgültigkeit) der Bevölkerung Ausländern gegenüber, der jederzeit möglichen Versorgung durch ein hübsches Mädchen oder eine nette Frau (falls das Geld dazu reicht) und vor allen Dingen aus Ihren eigenen Erwartungen und Ihrem Verhalten, behauptet
Ihr Paule Plapper

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Ich kann die Frauen nach Deutschland holen...

An die Redaktion

Ich habe bei Berlin eine große Bar, die viel besser laufen würde, wenn ich ein paar flotte Bienen hätte. Ich habe gehört, daß die Thaifrauen in den Bars sich darum reißen, nach Deutschland zu kommen. Wenn ich ein Ganzkörperfoto von Superfrauen kriege, kann ich denen einen Arbeitsvertrag als Serviererinnen schicken und wenn sie den Papierkram erledigt haben, können sie hierher kommen und bei mir anfangen.

Ich hab’ im dritten Stock vier Zimmer, da können sie viel verdienen, weil die Männer immer wild auf scharfe Weiber sind. Was muß ich tun, daß die sich melden? Kann ich bei Euch eine Annonce aufgeben oder könnt Ihr mit den Frauen reden? Wir können auch eine Kommission abmachen, die ich zahle, wenn die Frauen hier ihr Geld verdienen.

Rüdiger W.

Hallo, Rüdiger,
das geht alles ganz einfach und es gibt überhaupt keine Probleme. Vorher müssen natürlich einige Formalitäten erfüllt werden. Du mußt zur Polizei gehen und ein Diplom als staatlich beglaubigter Zuhälter beantragen. Dafür mußt Du Beweise für erfolgreiche Zuhälterei mitbringen. Wenn Du dann bei guter Führung nach etwa drei Jahren wieder entlassen wirst - schneller geht’s nicht, weil eine matschige Birne nicht als mildernder Umstand anerkannt wird - , kannst Du als eingetragener Zuhälter die Serviererinnen hier selbst abholen. Du kannst aber auch ersatzweise einen Klempner für eine Hirnoperation rufen, Du bist nämlich nicht ganz dicht.

Die Mädchen arbeiten in den Bars, weil sie sonst nichts können und nichts haben. Die meisten gehen in die Bars, und versuchen, einen Mann zu finden, der ihnen für einige Tage, Wochen oder Jahre den Unterhalt für sie, ihre Eltern und ihre Kinder bezahlt, oder sie suchen ein paar doofe Ausländer, die sie ausnehmen können. Wenn sie fähig wären, ‘den Papierkram’ für einen Reisepaß, für ein Visum und eine Flugreise selbst zu erledigen und alleine nach Deutschland zu fliegen, dann brauchten sie nicht für 1.600 bis 2.000 Baht monatlich in einer Bar zu arbeiten.

Und wenn sie tatsächlich die zwanzig Gehälter gespart haben sollten, die Papierkram und Flug kosten, sind sie doch nicht dumm genug, die wegzuwerfen, um bei Berlin nach einem Rüdiger zu suchen, der eine Kneipe mit vier Zimmern hat. Und ‘heiße Superfrauen’ gibt’s hier nicht. Die Frauen kommen nicht als geprüfte Nymphomaninnen hierher, sondern zum Geldverdienen und haben überhaupt keine Lust, ‘heiß’ zu sein. Wenn Du eine Frau suchst, dann mußt Du schon selber kommen, weiß
Dein Paule

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Es ist doch einfach, in Thailand zu leben...

An die Redaktion,

Ich war schon dreimal in Thailand und ich habe in Pattaya eine Freundin. Seither macht es mir keinen Spaß mehr, in Deutschland in einer Bank zu arbeiten. Ich habe gehört, daß es einfach ist, in Thailand zu leben. Man kann eine Company gründen und dann unter dem Namen der Company eine Bar oder ein Restaurant aufmachen. In der letzten Zeit habe ich aber keine guten Nachrichten von Thailand gehört. Könnt Ihr mir sagen, wie das jetzt ist oder was man machen kann?

Beste Grüße von Boris M.

Hallo, Boris,
es sind gleich mehrere Themen, die Du auf einmal anschneidest. Irgendwie hörst Du Dich an, als wenn Du sagst, Du machst hier jetzt eine Sprachschule für Thai und Chinesisch auf, Du mußt nur noch die Sprachen lernen. Ich glaube Dir, daß Du essen und trinken kannst, aber das beweist nicht, daß Du Koch oder Gastwirt bist. In eine Bar gehen die Leute zur Unterhaltung und nicht, weil sie zuhause nicht trinken dürfen. Ein guter Gastwirt muß eine Kreuzung zwischen Psychotherapeut, Alleinunterhalter und Organisationstalent sein. Er muß die Gäste unterhalten.

In Pattaya brauchst Du außerdem hübsche Mädchen, die mit Kunden umgehen und auch sprechen können. Das setzt voraus, daß Du mit den Mädchen umgehen und sprechen kannst. Wenn Du ‘gute Geister’ suchst, die für ein paar Baht die Arbeit machen und Du glaubst, Du brauchst nur noch zu kassieren, dann bist Du bald von allen guten Geistern verlassen.

Es ist (theoretisch) richtig, daß ein Ausländer eine Company eröffnen und sich als Geschäftsführer einsetzen kann. Das wird dann eine ‘ausländische Company’ genannt. Die Company muß mindestens sieben Teilhaber haben und die Besitzmehrheit (in der Regel zwischen 51 und 70 Prozent) muß in thailändischen Händen liegen. Die Mehrheit ist übrigens auch berechtigt, den Geschäftsführer abzusetzen oder sogar zu entlassen. Er hat bei über 25 Prozent Anteil ein Einspruchsrecht. Dann kann mit einem langwierigen Prozeß in Thai ein Gerichtsbeschluß erwirkt werden, dessen Ausgang ungewiß ist. Es gibt keinen Grund zur Annahme, daß die anderen Teilhaber sich nicht früher oder später darauf besinnen, wieviel ihnen und wie wenig Dir von dieser Company gehört.

Doch die Voraussetzungen zur Gründung einer Company und zum Erhalt einer Arbeitsgenehmigung haben sich geändert. Der geschäftsführende Direktor der Thailand Co., Ltd. empfindet Ausländer als Konkurrenz in seiner eigenen Firma. Es sei denn, sie kritisieren die Regierung; dann sieht er sie als ein nationales Sicherheitsrisiko. Der Arbeitsminister sieht Ausländer als ein nur begrenzt hinzunehmendes Übel und der Innenminister sieht Ausländer als das Übel schlechthin.

Die Gründung einer Company zur Eröffnung eines kleineren Restaurants oder einer Bar wird nicht mehr genehmigt. Es ist auch nicht neu, daß Ausländer keine Genehmigungen mehr für Restaurants oder Bars erhalten. Die Aufenthaltsgenehmigung für einen Ausländer ist nach Auskunft der Einwanderungsbehörde Pattaya davon abhängig, daß er 800.000 Baht auf seinem thailändischen Konto oder eine entsprechende Rente hat und über 55 Jahre alt ist, oder eine Arbeitsgenehmigung besitzt.

Von dem für Pattaya zuständigen Arbeitsamt in Chonburi werden kaum noch Anträge auf Arbeitsgenehmigungen oder Verlängerungen genehmigt. Eine der Begründungen lautet, daß die Firma, für die der Ausländer arbeitet, dem Staat voraussichtlich keine sehr hohen Einnahmen bringt und die Anzahl thailändischer Arbeiter, die bei der Company einen Arbeitsplatz erhalten, nur gering ist und daß aus diesem Grund kein Anlaß besteht, einem Ausländer eine Arbeitsgenehmigung zu erteilen. Dieser Bescheid ging auch an Leute, die schon seit vielen Jahren eine Arbeitsgenehmigung hatten oder einen eigenen Betrieb geführt haben.

Der Gouverneur von Chonburi und der Innenminister sehen eine Bedrohung des Staates durch Ausländer, die mit einer thailändischen Frau verheiratet sind, die dann auf ihren Namen eine Bar führt. Obwohl das völlig legal ist, will die Regierung diese Praxis ausmerzen, ‘um Jugendliche vor der Prostitution und vor dem Konsum illegaler Drogen zu schützen’.

Weshalb in der Bar einer Thailänderin, die nicht mit einem Ausländer verheiratet ist, weniger Prostitution vorkommen soll, ist nicht einsichtig. Es geht also letztlich nicht darum, die Prostitution oder den Drogenkonsum einzugrenzen, sondern darum, Ausländer in erster Linie aus der Gastronomie und den Bars, aber auch ganz allgemein aus dem Geschäftsleben und offensichtlich aus dem Land auszugrenzen.

Die Aufenthaltsbedingungen für Ausländer sind in den letzten Jahren zunehmend verschärft worden und es ist auch nicht mehr als sicher anzunehmen, daß ein Ausländer eine Arbeitsgenehmigung erhält, nur weil er die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt. Es hat sich gezeigt, daß die Aversion eines Beamten gegen Ausländer sein Ermessen bestimmen kann.

Ob Deine Freundin heute oder im nächsten Jahr noch Deine Freundin ist und ob Du in einem Jahr noch in Thailand leben willst, ist auch nicht sicher. Für ein Jahr auf Probe zu kommen, das Land näher kennenzulernen und Thai zu lernen empfiehlt
Dein Paule

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Muß ich für meine Kinder bezahlen?

An Paul Plapper,

Ich bin seit sieben Jahren mit einer Thailänderin in Deutschland verheiratet, wo wir auch leben. Aber meine Frau will nur immer Geld von mir und sie gibt vielzuviel aus. Wir haben auch zwei Kinder, die sind jetzt vier und sechs Jahre alt. Aber ich muß leider sagen, daß meine Kinder mehr in Richtung meiner Frau geraten und dumm sind. Sie sprechen beide kein Deutsch und kein Englisch, ich kann aber kein Thai, kann also nicht einmal mit ihnen sprechen. Meine Frau beschäftigt sich immer nur mit den Kindern und hat für mich keine Zeit und kein Interesse.

Jetzt habe ich aber im Urlaub eine andere Thailänderin kennengelernt, mit der ich viel lieber leben würde. Sie ist viel jünger, viel netter und liebevoller. Wenn ich jetzt meine Frau verlasse, muß ich ihr dann Unterhalt zahlen, obwohl sie Thailänderin ist und es in Thailand kein Unterhaltsgesetz gibt? Kann man mich in Thailand zur Unterhaltszahlung verurteilen? Eine frühere Freundin von mir, die in Thailand lebt, hat es versucht und hat gesagt, sie kann mich nicht zur Zahlung zwingen. Wenn ich jetzt einfach weggehe, weiß sie doch gar nicht, wo ich bin und ich muß mich ja nicht bei der Botschaft melden. Kann sie mich dann trotzdem verklagen? Was kann ich jetzt am besten tun, um weitere unnötige Kosten und Probleme zu vermeiden?

Theo Sch.

Hallo, Theo,
zunächst zu Deinem größten Problem: Um weitere Kosten und Probleme zu vermeiden, raten wir dringend zu einer sofortigen Kastration.

Doch diese verringert nur die in Zukunft zu erwartenden Kosten und Probleme und nicht etwa die aus der Vergangenheit herrührenden. Wenn ihr in Deutschland nach deutschem Gesetz verheiratet seid, so gelten auch die deutschen Unterhaltsbestimmungen und die Unterhaltsverpflichtungen für Dich, wo immer Du Dich auch befindest. Du kannst auch in Abwesenheit verurteilt werden und spürst die Folgen dann erst, wenn Du wieder einmal nach Deutschland fährst - oder etwa einen neuen Reisepaß brauchst.

Aber das eigentliche Problem ist nicht etwa die böse Justiz, sondern Dein mieser Charakter. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann hast Du schon einmal eine Freundin mit einem Kind sitzen lassen, nicht wahr? Und dann hast Du eine andere geheiratet, die Du jetzt mit zwei Kindern sitzen lassen willst, weil sie zuviel Geld will, sich nicht genug mit Dir beschäftigt und Du eine jüngere Frau kennengelernt hast, die etwas schlanker, unerfahrener und deshalb noch netter und liebevoller ist.

War denn Deine Frau nicht liebevoll, als ihr geheiratet habt? Was glaubst Du wohl, warum sie jetzt nicht mehr liebevoll ist? Ist ihr die Liebe vielleicht ausgegangen, weil Du ihr nie welche gegeben hast? Ich möchte fast wetten, wenn ich Dich frage, was der Unterschied zwischen einem Sofa und einer Frau ist, dann antwortest Du, der läge darin, daß ein Sofa keine Kinder kriegt und kein Geld ausgibt.

Du beklagst Dich, daß Deine Frau sich nicht mit Dir beschäftigt. Wieviel hast Du Dich denn mit ihr beschäftigt - jenseits der von Dir bevorzugten sexuellen Kampfsportarten? Wahrscheinlich genausoviel, wie mit Deinen Kindern. Die leiden übrigens nicht darunter, daß sie dumm sind, sondern darunter, daß sie einen dummen Vater haben. Kleine Kinder lernen auch in Deutschland zuhause nicht die deutsche Sprache, weil der Vater einen deutschen Reisepaß hat, sondern nur, wenn er mit ihnen in Deutsch spricht und sich mit ihnen beschäftigt. Kinder lernen eine Sprache auch dann nicht, wenn man ihnen sagt, sie sollen die Sprache erst einmal beherrschen und später würde der Vater dann mit ihnen auch sprechen.

Hast Du Dich jemals um Deine Kinder gekümmert, oder hast Du sie nur spüren lassen, daß sie Dich stören und daß Du sie für dumm hältst? Hast Du Dich jemals um Deine Frau gekümmert und ihr geholfen, Deutsch zu lernen, oder hast Du sie nur spüren lassen, daß sie Dich stört, daß Du Dich nur für den Gebrauch eines Frauenkörpers interessierst und vielleicht noch für die Zärtlichkeit und die Zuneigung, die eine Frau Dir gibt, aber nie für ihre Person oder eine Gemeinsamkeit?

Du beschwerst Dich, daß Deine Frau sich nur um die Kinder kümmert, wenn Du da bist. Abgesehen davon, daß das nicht sehr oft zu sein scheint, bist Du schon einmal auf den Gedanken gekommen, daß Du Dich um Deine Frau und Deine Kinder kümmern könntest, daß ihr eine Familie seid und etwas zusammen tun und unternehmen könnt oder willst Du schon einmal üben, Dich darüber zu beschweren, daß Deine Kinder sich auch nicht genug um Dich kümmern?

Du hättest längst bemerken müssen, daß an Dir etwas verkorkst ist, spätestens in den Stunden, die Du alleine bist, in den Nächten, in denen Du nicht einschlafen kannst und in den Momenten, in denen Du Menschen begegnest, aber einfach nicht in der Lage bist, auf diese Menschen einzugehen, sondern lieber small talk, den Partylöwen und den feurigen Liebhaber spielst, nicht wahr? Du hast doch nicht etwa schon einmal mit anderen Menschen über ihre Gefühle oder gar über Dich oder Dein Leben gesprochen? So enge Beziehungen stören Dich doch nur.

Aber jetzt hast Du einen praktischen Ausweg gefunden. Du brauchst nichts an Dir zu ändern, um mit einem Menschen leben zu können. Du hast schon wieder eine jüngere, liebevolle Thai gefunden, die Dich noch nicht kennt. Deshalb laß’ Dich schnell kastrieren, rät
Paule Plapper

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Und wenn ich nicht mehr zahlen kann?

Ich habe schon vor über einem Jahr ein Mädchen kennengelernt, das aus Mukdahan kommt. Kop ist noch sehr jung und unerfahren, aber ich habe mich gleich in sie verliebt.

Als wir uns gerade eine Woche kannten, wurde ihre Mutter krank und mußte ins Krankenhaus. Ich konnte damals mit etwas Geld aushelfen, aber die Mutter wurde nicht besser und mußte immer weiter behandelt werden und ich habe Kop aus Deutschland immer weiter Geld geschickt, damit die Mutter den Arzt bezahlen kann. Als ich vor einem halben Jahr wiederkam, traf ich Kop erst zwei Tage später als vereinbart. Sie kam gerade von ihrer Mutter, der es sehr schlecht ging. In den drei Wochen, die ich hier war, haben wir uns sehr gut verstanden und ich wollte sie nach Deutschland mitnehmen.

Sie wollte das auch, aber dann sagte sie, das ginge nicht, weil sie ihre Mutter nicht alleine lassen kann. Dann meinte sie, daß es ihrer Mutter vielleicht besser geht, wenn wir ihr ein kleines Haus bauen, weil das Haus, in dem sie jetzt lebt, nur aus Holz und aus Bambus gemacht ist und es regnet immer hinein. Dann habe ich ihr das Geld für ein kleines Häuschen geschickt, was ja in den Dörfern nicht so teuer ist. Aber danach ist Kop krank geworden und ich mußte ihr Geld für das Krankenhaus schicken.

Als wir uns jetzt getroffen haben, kam Kop auch gerade wieder aus dem Dorf. Der Mutter geht es nicht besser und ich mußte wieder helfen, weil der Vater wegen der vielen Kosten sein Land verpfändet hat und das Land verliert, wenn er den erhaltenen Kredit jetzt nicht zurückzahlt. Außerdem brauchte sie Geld für das Haus, weil das Geld, das ich geschickt hatte, nicht gereicht hat und jetzt dringend das Dach gedeckt werden muß. Kop war in dieser Zeit sehr lieb zu mir. Als ich ihr aber vorschlug, wir sollten uns das Haus einmal ansehen, wollte sie nicht und sagte, sie kann nicht mit einem fremden Mann nachhause fahren, wenn sie nicht verheiratet ist.

Als ich ihr sagte, wir können ja heiraten, meinte sie, das geht nur, wenn ich mit ihr in Thailand lebe. Aber ich bin jetzt 54 Jahre und arbeite im Maschinenbau. Ich kann jetzt noch nicht nach Thailand gehen. Aber ich kann auch nicht dauernd nur Geld schicken, weil mein Konto immer kleiner wird. Ich liebe Kop immer noch, aber wie soll das jetzt weitergehen und was passiert, wenn ich nicht mehr zahlen kann?

Franz B.

Lieber Franz,
Sie sind nicht alleine. So ähnlich wie Ihnen geht es vielen Ausländern, die hier junge, unerfahrene Mädchen kennenlernen. Es ist geradezu charakteristisch für die jungen unerfahrenen Mädchen, die in Pattaya ältere Ausländer treffen, daß sie häufige, unvorhersehbare Finanzprobleme haben, sowie als auch einen väterlichen Freund, der ihnen in dieser entsetzlichen Situation selbstverständlich vollkommen uneigennützig hilft.

Die wichtigste Frage ist eigentlich, was sie in diesem Mädchen sehen und worin die Liebe besteht, von der Sie sprechen. Sind es die vielen Übereinstimmungen, die Sie teilen, die gleiche Begeisterung für dieselben Fernsehprogramme und Videofilme, dieselbe Anschauung vom gesellschaftlichen Leben und der Politik, die gleichen Interessen für Freizeitgestaltung und Hobbies, der gleiche Geschmack für Kleidung und Speisen? Wenn man gemeinsam leben will, dann braucht man doch Gemeinsamkeiten. Worin bestehen die? Aber wir wollen nicht nur fragen, wir wollen auch Ihre Frage beantworten, wie es jetzt weitergeht. Wir haben darüber unseren Hausastrologen befragt und der erklärt, daß sich hier der Merkurius zu sehr an die Venus angenähert hat, woraus große Komplikationen entstehen und er sagt, es steht viel Unglück ins Haus.

Jetzt wird der Bruder von Kop erst einmal einen schweren Motorradunfall erleiden, an dem er völlig unschuldig ist, aber er muß das Krankenhaus und das Motorrad bezahlen, das er nur geliehen hatte. Dann braucht er ein neues Motorrad, wahrscheinlich eine Harley Davidson oder eine 500-er von Toyota, weil er sonst nicht zur Arbeit fahren kann. Dann muß das Haus verputzt werden, Türen und Fenster fehlen auch noch und der Fußboden muß gelegt werden. Dann führt der Vater sich mit dem Traktor über den Fuß, bei der Flucht vor dem Traktor wird er von einem Krokodil gebissen und muß ins Krankenhaus. Die Krankheit der Mutter wird immer schlimmer, der Vater muß weitere verpfändete Felder auslösen, die er vergessen hatte, eine Großmutter muß wegen Leistenbruch ins Krankenhaus und anschließend beerdigt werden und wenn Sie in Deutschland sind, hat Kop einen teuren Unfall und braucht dringend finanzielle Hilfe.

Wie, glauben Sie, hat Kop, die als Arbeiterin im Monat vielleicht drei- bis allerhöchstens viertausend Baht im Monat verdienen könnte, die Herkunft des vielen Geldes ihren Eltern erklärt - vorausgesetzt, daß sie welche hat? Und warum wäre es den Eltern nicht zumutbar, daß ihre Tochter mit dem Mann nachhause kommt, der ihnen ein Haus baut, das Leben der Mutter erhält, dem Vater seine Felder schenkt, für das Leben der Tochter aufkommt und ihre Krankenhausrechnungen bezahlt? Könnten sie es nicht ertragen, den Mann zu sehen, von dem sie leben, den ihre Tochter liebt und den sie heiraten will? Das wäre in den Dörfern in Thailands armem Norden etwas ganz Neues.

Falls Sie immer noch glauben, daß es der Mutter so schlecht geht und sie immer wieder ins Krankenhaus muß, dann verlangt es doch eigentlich der Anstand, diese arme Frau im Krankenhaus zu besuchen und vielleicht auch mit den Ärzten zu sprechen. Außerdem müßten Sie mit dem Vater wegen des Hauses sprechen, in dem er leben will und dessen Bau Sie bezahlen. Ein Besuch der Familie wäre also mehr als gerechtfertigt, äußerst empfehlenswert und ganz bestimmt informativ. Auch auf die Gefahr hin, daß es entweder den Vater, die Mutter oder das Haus gar nicht gibt. Denn es ist doch immer wieder schön, Gewißheit zu haben.

Ach ja, Ihre letzte Frage: Wie es weitergehen soll, wenn sie nicht mehr zahlen können. Nun, in diesem Falle geht wohl nichts mehr weiter und ihre Freundin wird sich wahrscheinlich gezwungen sehen, leider, leider einen anderen väterlichen Gönner zu suchen, weil ihre Mutter ins Krankenhaus muß und der Bruder einen Motorradunfall hat. Ansonsten geht nichts weiter. Aber das läßt sich ausprobieren. Wie wär’s, wenn Sie ihrer Kop mitteilen, daß Sie kein Geld mehr haben und sie fragen, ob sie Ihnen jetzt vielleicht helfen könnte? Die Reaktion dürfte auf jeden Fall sehr aufschlußreich sein, glaubt
Ihr Paule

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Meine Frau braucht dringend Goldschmuck...

Ich komme jedes Jahr für zwei Monate nach Thailand. Beim letzten Mal habe ich meine Suni kennengelernt, vor Buddha im Dorftempel geheiratet und ein kleines Haus gekauft. Dann bin ich wieder nach Deutschland gefahren, denn ich muß noch viel Geld verdienen, um mit ihr hier leben zu können. In Deutschland habe ich einen Thai-Kursus belegt. Dabei habe ich erfahren, daß das Haus, das ich meiner Frau gekauft habe, zwar richtig auf ihren Namen eingetragen ist, daß sie es aber schon vor sechs Jahren besessen hat.

Sie hat mir nur die Urkunde und ihren Namen gezeigt und ich habe nicht auf das Datum gesehen. Später hat sie mir geschrieben, die haben sich auf dem Amt nur vertippt. Ich habe ihr Geld zum Leben geschickt, dann habe ich Geld geschickt, um das Haus zu reparieren, für ihren kranken Vater und weil sie einen Unfall gehabt hat.

Als ich jetzt auf Urlaub kam, war sie in Pattaya in einer Bar. Sie sagt, sie hat nur ihre Schwester besucht, die aber in einer ganz anderen Bar arbeitet. Dann wollte sie von mir Geld zum Leben, Geld für neue Kleidung und Goldschmuck haben. Sie hat gesagt, sie muß im Dorf ihren Goldschmuck zeigen, weil das erwartet wird, wenn eine Frau mit einem Farang verheiratet ist, sonst machen wir uns lächerlich. Ist das nun alles so üblich, oder versucht sie, mich auszunehmen? Und wie kann ich mich dann ich dagegen wehren?

Arno F.

Lieber schlitzgeohrter Liebeskasper,
eine Heirat ist der sinnlose Versuch zweier Leute, den Partner zu besitzen. Eine Heirat vor Buddha ist der schlitzohrige Versuch, den Partner zu besitzen, ohne selbst gebunden oder verpflichtet zu sein, weil die Heirat ja offiziell nicht gültig ist. Glaubst Du wirklich, daß Du per Zufall eine Frau triffst, die mit der Liebe Geld verdient, nun aber, weil sie einen Arno gesehen hat, sich zum liebevollen Eheleben mit einem abwesenden Arno bekehrt und nichts Besseres zu tun hat, als im Dorf auf seinen Urlaub zu warten? Auf einen Arno, der einmal im Jahr kommt, sich kaum überlegt, wie es ihr geht und wie sie leben kann, der sie aber für hübsch und praktisch hält und deshalb sein Besitzrecht gut bezahlt?

Hast Du Dir überlegt, was Du von ihr willst und was Du an ihr liebst? Hast Du sie gefragt, wie sie leben will und wie Du ihr dabei helfen kannst? Nein? Macht nichts. Offensichtlich will sie nur Geld haben und Du hast ihr dabei schon viel geholfen. Sie ist nach Pattaya gekommen, weil sie Geld liebt und nicht etwa einen Fremden, den sie einmal im Jahr sieht. Du willst nur ihren Körper, wenn Du auf Urlaub bist. Und sie will nur Dein Geld. Ein Geschäft auf Gegenseitigkeit, bei dem jeder nur freiwillig bezahlt. Aber, wie Du Dich vor Dir schützen kannst, weiß ich auch nicht.

Beste Grüsse, Dein Paule Plapper